"Strenge Lehrerin" : Ursula Sarrazin geht es um die Ehre

Die Lehrerin Ursula Sarrazin erwartet eine Ehrenerklärung von der Schulverwaltung. Angeblich waren die Vorwürfe unbegründet.

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Streitbares Paar. Thilo und Ursula Sarrazin am Sonnabend beim VBKI-Ball im Hotel Interconti.
Streitbares Paar. Thilo und Ursula Sarrazin am Sonnabend beim VBKI-Ball im Hotel Interconti.Foto: Breuel-Bild

Aus der Erklärung solle hervorgehen, dass sämtliche Vorwürfe gegen Ursula Sarrazin „ungerechtfertigt und haltlos“ seien, bestätigte ihr Ehemann Thilo Sarrazin am Sonntag. Das könne seine Frau am Ende ihrer 35 Jahre dauernden Laufbahn als Lehrerin wohl erwarten.

Gegen Ursula Sarrazin waren verschiedentlich Vorwürfe laut geworden, die mit ihrem Unterrichtsstil zu tun hatten. Die Attacken gipfelten in „Mobbing“-Vorhaltungen; die Lehrerin soll einen herrischen und autoritären Stil im Unterricht praktiziert haben. So hatte es 2008 eine Dienstaufsichtsbeschwerde gegeben. Vor Monaten beschwerte sich ein türkischstämmiger Vater über sie. Landeselternsprecher Günter Peiritsch warf ihr vor, sie gefährde den Schulfrieden. 

Ursula Sarrazin hat die Vorwürfe stets zurückgewiesen. Im Interview mit dem Tagesspiegel sagte sie, sie sei nicht streng, aber konsequent, wenn es um die Einhaltung von Regeln im Unterricht gehe. Sie bestritt, Kollegen angeschrieen zu haben. Dass ihr „Missgunst“ entgegenschlug, führte sie auf die Art und Weise zurück, wie ihr Mann sein Amt als Finanzsenator ausübte. „Ich weiß auch von Dritten, dass mir mitunter angelastet wurde, dass mein Mann im Bildungsbereich sparen musste. Ich war die Frau des Sparsenators“, sagte sie.

Thilo Sarrazin sagte am Sonntag, dass seit einigen Tagen die Stellungnahmen aller Betroffenen der Schulaufsicht vorlägen. „Nähere Betrachtung zeigt, dass alles – ohne Ausnahme –, was gegen meine Frau vorgebracht wurde, nicht verifiziert werden konnte.“ Deshalb wolle sie auch eine Ehrenerklärung. Es bleibe dabei, dass seine Frau zum Ende dieses Schuljahres aus dem Dienst ausscheide, und zwar ohne Bezüge bis zum Erreichen des Rentenalters.

Vom Leiter der Schulaufsicht in der Bildungsverwaltung, Erhard Laube, war am Sonntag keine Stellungnahme zu bekommen. Auch Landeselternsprecher Günter Peiritsch sagte nichts zu der Angelegenheit. Aus der Antwort auf eine Kleine Anfrage des CDU-Bildungspolitikers Sascha Steuer geht hervor, dass es 2010 insgesamt 98 Disziplinarverfahren gegen Lehrer gegeben hat. In Berlin arbeiten 30 000 Lehrer. 49 dieser Verfahren wurden abgeschlossen, 14 davon eingestellt.

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