Berlin : Süße Herausforderung

Brandenburger Bäcker machen Dresden Konkurrenz mit einer eigenen Christstollen-Kreation.

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Ihm schmeckt’s.
Ihm schmeckt’s.

Himmelpfort - Bei aller Liebe in der süßgestimmten Weihnachtszeit, aber etwas Konkurrenzkampf darf den Advent schon würzen, findet Bäckermeister Karl-Dietmar Plentz. Der Mann aus Schwante, nordwestlich von Berlin, fordert die Meister seines Fachs heraus und nimmt nichts weniger als den berühmten Dresdner Christstollen ins Visier. „Was die Sachsen können, schaffen wir auch“, meint Bäckermeister Plentz. Mit seinem Ehrgeiz hat er drei weitere Berufskollegen angesteckt und mit ihnen schon seit dem Sommer gemixt, getüftelt, gekostet und goutiert und schließlich die richtige Rezeptur für den ersten Brandenburger Weihnachtsstollen gefunden. Den 750 Gramm schweren Batzen gibt es ab sofort für 11,95 Euro in Bäckereien und Cafés in und um Oranienburg, Lehnin, Werder (Havel), Eberswalde, Neuruppin, Wittstock, Kyritz und auf vielen Weihnachtsmärkten der Region. Interessenten können sich die Leckerei auch schicken lassen. Das Weihnachtshaus in Himmelpfort, an das tausende Kinder jedes Jahr ihren Wunschzettel schicken, erledigt die Bestellung, versieht das Paket noch mit einem Stempel des Sonderpostamtes und legt auf Wunsch noch eine Flasche Wein und ein Glas Marmelade hinein.

„Natürlich können Sie den Brandenburger Stollen auch bei uns kosten und kaufen“, sagt der Chef des täglich geöffneten Weihnachtshauses, Matthias Paul. „Bis auf montags treffen die Kinder auch auf den Weihnachtsmann, wenn er den Frauen im Postamt bei der Beantwortung der zigtausenden Wunschzettel aus aller Welt hilft.“ An jedem Adventswochenende gibt es auf dem Gelände an der Klosterruine einen Weihnachtsmarkt.

Genau wie die Dresdner Stollenbäcker halten auch die vier Brandenburger Tüftler die Rezeptur für ihr Produkt geheim. „Dafür verraten wir gern die Zutaten“, meint Bäcker Björn Wiese aus Eberswalde. „Zum Hefeteig aus Dinkelmehl kommen Mandeln, Cranberries, Honig, Rosinen, Gewürze wie Muskatblüte, Tonkabohne und Kardamon sowie pro Stollen mindestens 150 Gramm Butter.“ Es seien auch Mischungen mit Äpfeln und Birnen probiert worden, aber diese hätten den Langzeittest nicht bestanden. Dafür könnten sich die Kunden darauf verlassen, dass in dem auf einem praktischen Holzbrett verkauften Stollen nur natürliche Zutaten und keine Konservierungsstoffe stecken.

Die vier Bäcker wollen dem Stollen bald weitere Qualitätsprodukte folgen lassen, um sich nicht zuletzt von den Discount-Backshops abzugrenzen. „Wir können stolz auf unsere Produkte sein“, sagt Karl-Dietmar Plentz. „Leider finden aber ältere Bäcker kaum noch Nachfolger für ihre Geschäfte.“ Die nächtlichen Arbeitszeiten seien nicht jedermanns Sache. „Mein Teigmacher kommt eine halbe Stunde vor Mitternacht in die Backstube, die anderen Kollegen zwischen halb zwei und halb drei.“ Aber man gewöhne sich an alles. Den Ausgleich verschaffe regelmäßiger Mittagsschlaf. Claus-Dieter Steyer

Alle Informationen bei Bäckermeister Plentz unter www.plentz.de und www.weihnachtshaus-himmelpfort.de

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