Superhelden-Komödie : Buenos Diaz

Die Hollywood-Schauspielerin ist zu Gast im verschneiten Berlin und präsentiert ihre neue Actionkomödie, die Comic-Superhelden-Hommage „The Green Hornet“.

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Ein Hauch von Hollywood: Cameron Diaz am Freitag in Berlin. Foto: dapd
Ein Hauch von Hollywood: Cameron Diaz am Freitag in Berlin.Foto: dapd

Psychologen nennen es das Peter-Pan- Syndrom: Männer, die nicht erwachsen werden wollen, sind als Massenphänomen inzwischen allgemein anerkannt. Eine Handvoll prominenter internationaler Exemplare der Gattung war am Freitag im Hotel Adlon zu erleben, begleitet von einer Frau, die für sie alle zusammen quasi ihren Mann steht und bei ihrem gemeinsamen Abenteuer die Verantwortung übernimmt: Cameron Diaz.

Die 38-Jährige spielt die weibliche Hauptrolle in der Action-Komödie „The Green Hornet“, die Mitte Januar ins Kino kommt. Am Freitag war der aus Filmen wie „3 Engel für Charlie“ bekannte Star in der Stadt, zusammen mit Komödiant Seth Rogen („Superbad“), Oscar-Gewinner Christoph Waltz („Inglourious Basterds“) und dem in Hollywood debütierenden taiwanesischen Popstar Jay Chou, die sich allesamt in dem Film als Möchtegern-Superhelden aufspielen.

Maskierte Rächer, große Kanonen, wilde Verfolgungsjagden, überdrehte Action, flotte Sprüche - nicht gerade die Art von Film, die sich Cameron Diaz privat anschauen würde. „Mir war beim Dreh nicht klar, wie groß der Action-Anteil sein würde“, sagt sie und lächelt ihr breites Markenzeichen-Lächeln. Ihr Vater war zwar großer Superman-Fan, aber sie selbst konnte mit kostümierten Helden noch nie besonders viel anfangen.

Umso begeisterter zeigt sie sich vom Berliner Winter: „Ich war ja schon ein halbes Dutzend Mal in Eurer Stadt, aber so schön wie heute war es noch nie“, sagt sie und zeigt aus dem Adlon-Salon, in dem sie im 20-Minuten-Takt Interviews gibt, auf das verschneite Brandenburger Tor.

Maskierte Rächer: Eine Szene mit Jay Chou (links) und Seth Rogen. Foto: Sony
Maskierte Rächer: Eine Szene mit Jay Chou (links) und Seth Rogen.Foto: Sony

Neben ihr sitzt Seth Rogen, Hauptdarsteller, Drehbuchautor und treibende Kraft hinter dem Film. „Ich war immer schon großer Comicfan“, sagt er. „Wir wollten schon lange einen Film über einen maskierten Helden und seinen Sidekick machen.“ Da entdeckte er die Figur des „Green Hornet“. Der von einer Hornisse inspirierte Titelheld einer Radioserie der 30er Jahre war später auch im Fernsehen und in Comics erfolgreich.

Rogen gewann den für anspruchsvolle Filme wie „Vergiss mein nicht“, aber auch für seine Comic-Leidenschaft bekannten Regisseur Michel Gondry (hier geht es zu seiner Website, auf der man auch seine Comics kaufen kann) für das Projekt. „Es ist der erste jugendfreie Film, an dem ich beteiligt bin“, witzelt Rogen in Anspielung auf sexuell aufgeladene Teeny-Komödien wie „Beim ersten Mal“, die ihn bekannt machten. „Also haben wir die schmutzigen Sex-Witze diesmal durch möglichst brutale Gewaltszenen ersetzt.“

We Lost The War But Not The Battle - Der Comic von Regisseur Michel Gondry
Letztes Aufgebot. "Green Hornet"-Regisseur hat den Comic "We Lost The War But Not The Battle" geschrieben und gezeichnet. Wir zeigen einige Bilder aus der Polit-Persiflage. Foto: www.michelgondry.comAlle Bilder anzeigen
1 von 5Foto: www.michelgondry.com
03.12.2010 18:42Letztes Aufgebot. "Green Hornet"-Regisseur hat den Comic "We Lost The War But Not The Battle" geschrieben und gezeichnet. Wir...

Das Ergebnis ist eine augenzwinkernde Hommage an die goldene Ära der Superheldencomics: Der Sohn eines Medienmoguls nimmt mit Hilfe eines technisch versierten Kompagnons den Kampf mit dem organisierten Verbrechen von Los Angeles auf – angeführt von einem Gangster, den der Teilzeit-Berliner Christoph Waltz gibt.

Cameron Diaz fällt in dem Spektakel die Aufgabe zu, den Überblick zu behalten und dafür zu sorgen, dass die Kloppereien ihrer männlichen Mitspieler am Schluss zu einem sinnvollen Ende führen – eine Aufgabe, die ihr offenbar trotz der Distanz zum Thema Spaß gemacht hat: „Wenn Seth und Michel einen Film machen, ist das eine unwiderstehliche Mischung“, sagt sie. „Da war mir egal, wovon der handelt, ich musste einfach dabei sein.“

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