Berlin : Tag des offenen Denkmals: Gebäude, die Schule machten

Stefan Jacobs

Dieses Wochenende lädt dazu ein, das einst Unvorstellbare zu tun: gut gelaunt in die Schule gehen! Freiwillig! Am Sonntag! "Schule als Denkmal - Denkmal als Schule: Jugend und Kulturerbe", heißt in diesem Jahr das Motto beim Tag des offenen Denkmals. In Berlin laden mehr als 30 Schulen zu Führungen, Ausstellungen, Kunstinszenierungen und Internet-Aktionen ein.

Einmal im Jahr will die Deutsche Stiftung Denkmalschutz die Menschen zu einer Bildungsreise an Orte locken, die viel zu erzählen haben, aber sonst nie im Mittelpunkt stehen, weil sie nicht zugänglich sind. Deutschlandweit 3,5 Millionen Besucher im vergangenen Jahr haben gezeigt, wie gut die Idee funktioniert. In Berlin kamen mehr als 50 000 Besucher. 47 Länder beteiligen sich inzwischen an den 1991 vom Europarat ausgerufenen "European Heritage Days".

In Berlin sind rund 230 Einrichtungen dabei. Wo sonst der Zutritt verboten ist - in alten Fabrikhallen etwa -, steht die Tür jedem offen. Und Orte, die das ganze Jahr über zugänglich sind - Kirchen und Museen beispielsweise - locken mit Besonderem: Turmbesteigungen, Führungen, Kunst. Die Schulen sind zwar ein Schwerpunkt an diesem Wochenende, aber zu kopflastig ist das Programm dennoch nicht. Denn Klanginstallationen in Wasserwerken, Straßenfeste mit Livemusik oder ein Markt mit Brot aus frisch gemahlenem Getreide sprechen auch Ohren, Herz und Bauch an.

Der Tag des offenen Denkmals ist weit mehr als ein beliebiger Werbegag von Einrichtungen, die ihrer Besucherstatistik nachhelfen wollen. Das zeigt die professionelle Vorbereitung der einzelnen Veranstalter ebenso wie die Broschüre des Senates, in der die Berliner Denkmale mit ihrem Programm, Öffnungszeiten und Besonderheiten vorgestellt werden. Das Heft ist auch am Wochenende noch zu bekommen, beispielsweise in der Stadtbibliothek (Mitte, Breite Straße 30 bis 36), der Touristeninformation im Europacenter, dem Kulturkaufhaus Dussmann, dem Landesdenkmalamt (Mitte, Krausenstraße 38 bis 39) und bei Kiepert in der Hardenbergstraße 4 bis 5. Ebenso überzeugend wie das Programmheft ist die Internetpräsenz der Stadt: Die Orte lassen sich wahlweise thematisch oder nach Bezirken ordnen, so dass sich jeder sein Wunschprogramm zusammenstellen kann. Eröffnet wurde das Wochenende zwar schon am Freitagnachmittag mit einer Veranstaltung in der Lichtenberger Max-Taut-Schule. Das Gros der Veranstaltungen findet aber am Sonnabend und Sonntag statt. Das Landesdenkmalamt hat eine Hotline eingerichtet, unter der sich Besucher auch am Wochenende noch aktuell informieren können. Es kann also niemand hinterher sagen, er habe nichts gewusst.

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