Berlin : Tanz um Kongresse

Konkurrenz im Tagungsgeschäft: Maritim baut Hotel in Tiergarten – gern auch für Staatsgäste

Cay Dobberke

Berlins Veranstaltungsorte für Tagungen, Kongresse, Bälle und Galas bekommen einen großen neuen Konkurrenten. Am Freitag wurde im Tiergartener Diplomatenviertel der Grundstein für das „Maritim Hotel Berlin“ gelegt. Es soll im August 2005 eröffnen und liegt zwischen dem Bundesverteidigungsministerium an der Stauffenbergstraße und dem Shell-Haus am Reichpietschufer. Das Hotel werde zum „einzigen Veranstaltungsort im Herzen der Stadt mit Flächen für mehr als 5500 Gäste“, sagte Maritim-Regionaldirektor Thomas Wachs.

Als Hauptkonkurrenten sieht er das Hotel Estrel in Neukölln, das Internationale Congress Centrum (ICC) und das Palais am Funkturm. Seit gestern steht auch die zum „Berliner Congress Center (bcc)“ umgebaute Kongresshalle am Alexanderplatz wieder im Wettbewerb. Das Maritim mit 505 Zimmern soll anderen großen Hotels auch Staatsgäste abspenstig machen. Zwischen siebenstöckigen Gebäudeteilen entsteht ein elfgeschossiger Turm mit einer „Präsidenten-Suite“. Aus Sicherheitsgründen wird sich der Turm von den anderen Bereichen abschotten lassen. Die Kategorie des Hotels nennt Maritim „Vier Sterne Superior“. Es soll sich mit Fünf-Sterne-Häusern messen können.

Die Hotelgruppe betreibt in Berlin schon das „Maritim pro arte“-Hotel an der Friedrichstraße. Die dortigen Tagungs- und Festsäle mit rund 1500 Plätzen reichen laut Regionaldirektor Wachs oft nicht aus. In Tiergarten zieht man als Mieter ein. Der Bauherr SEB Immobilien-Investment GmbH investiert 170 Millionen Euro. Vorbereitet wurde das Projekt von der Viterra AG und dem Architekten Jan Kleihues.

Der Superlativ bei den Veranstaltungsflächen bezieht sich auf die Gesamtgröße zweier Säle und 59 weiterer Räume. Einer der Säle ist für bis zu 3275 Personen gedacht. Im Hotel Estrel reagierte eine Sprecherin gelassen: Allein das „Convention Center“ des Neuköllner 1100-Zimmer-Hotels habe 6000 Plätze. Nach zehn Jahren im Veranstaltungsbereich gebe es eine starke Kundenbindung: „Wir sehen keine Konkurrenz.“ Branchenkenner spekulieren über einen denkbaren Umzug des Bundespresseballs aus dem Hotel Intercontinental ins künftige Maritim – schließlich hatte der Ball einst im Bonner Maritim gastiert. Doch nach Auskunft des Ball-Organisators Alfred Gertler gab es „noch keine Kontakte“.

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