Berlin : Tattoo und Cocktail

Jeannette Krauth

Was wir Nicht-Fußball-Gucker unbedingt nachholen müssen: Nicht den Fernsehkonsum. Oder die Möchtegern-Fachsimpeleien. Sondern: Den Alkoholpegel. Unbedingt. Was passiert sonst wohl, wenn wir uns nach der WM wieder mit den Fußballbegeisterten treffen? Auf ein Bier? Im Vergleich mit den anderen vertragen wir nichts mehr, werden also Blödsinn reden und keine Feinmotorik mehr beherrschen. Wir werden aussehen wie Menschen, die es nicht verstehen zu feiern, und fühlen uns unfair behandelt und verkannt. Deshalb folgt hier der Tipp zum stilvollen und intensiven Alkoholgenuss:

Eine polynesische Bambushütte. An der Decke hängen Lampen aus Kugelfischen. Die sehen ziemlich echt aus. Holzmasken, hässlich dunkle Fratzen hängen an den Wänden. Die Kellnerinnen tragen einen dickem Lidstrich und schwingende Fifties-Röcke. Der Barmixer zeigt bei jedem Getränkeschütteln seinen Bizeps und die Tattoos. Manchmal wird ein Gast hier auch übersehen, das muss man schon dazusagen. Aber nicht beunruhigen lassen: Das liegt am Stil. Ruppig und cool liegen eben manchmal nah beieinander. Dagegen hilft: Einfach mitmachen. Im Rattansessel zurücklehnen.

Blick schweifen lassen. Dann bekommt man auch eine Extraportion der superscharfen Reiscracker zum superstarken Cocktail. Was sagt das? Genau. Das ist ein Laden für die Harten. Mit dem eigentlich großen, weichen Herzen. Und der „Painkiller“ ist und bleibt der stärkste Cocktail ganz Berlins. Den können Mädchen hier trinken, ohne dass sie unfreiwillig angesprochen werden. Wie entspannend. Ein Ort, wo man sich alkoholisieren kann, ohne peinlich zu werden, weil man ja gleichzeitig darauf achtet, immer schön cool zu bleiben.

Tabou Tiki Room, Maybachufer 39, Neukölln, dienstags bis sonntags ab 20 Uhr.

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