Berlin : Teile der Mahlsdorfer Gründerzeitsammlung ziehen vorübergehend ins Spree-Center um

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Ein Teil der Mahlsdorfer Gründerzeitsammlung zieht mitten ins Hellersdorfer Neubaugebiet: Grund für diesen vorübergehenden Ortswechsel ist eine Ausstellung, die vom 13. bis 25. September im Spree-Center an der Hellersdorfer Straße 77 zu sehen ist. "Wir wollen mit der ungewöhnlichen Aktion auf das von Charlotte von Mahlsdorf gegründete Museum am Hultschiner Damm aufmerksam machen", sagte Jugendstadträtin Salomé Kirsten (parteilos, für PDS).

So wird in der Ladenpassage unter anderem das repräsentative Herrenzimmer im Stil der Neorenaissance gezeigt, das einst dem Berliner Kaufmann Carl Wienecke gehörte. Auch ein gründerzeitliches Schlafzimmer, Nähtische sowie Apothekenschränkchen und Küchenmobiliar aus der Zeit um 1900 können besichtigt werden. Doch die "Mulack-Ritze", eine original erhaltene altberliner Kneipe aus der gleichnamigen Straße in Mitte, ist nur als Fotowand zu bewundern. "Echtes Bier wird aber davor gezapft und für die Kinder gibt es Fassbrause", kündigt die Stadträtin an. Mitglieder des Fördervereins "Gutshaus Mahlsdorf" betreuen die Ausstellung.

Nach den Worten der Stadträtin sollen mit der Aktion allerdings keine Sponsoren für den Kauf der Gründerzeitsammlung von Charlotte von Mahlsdorf geworben werden. Der noch fehlenden Betrag von rund 13 000 Mark werde bis Ende September beglichen, kündigt sie an. Die Finanzierungszusage eines Geldgebers liege ihr vor, sagte Frau Kirsten.

Wie berichtet, hatte der Bezirk im April vorigen Jahres 96 000 Mark aus Haushaltsmitteln "vorgeschossen" und der inzwischen in Schweden lebenden Charlotte von Mahlsdorf überwiesen. Insgesamt kostete die wertvolle Sammlung 523 000 Mark, wobei den größten Teil die Stiftung Deutsche Klassenlotterie zur Verfügung stellte.

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