Tempelhof : Vorwürfe von Privatpiloten

Obwohl das Wetter schlecht war, sollten die verbleibenden Flugmaschinen Tempelhof so schnell wie möglich räumen. Zwei Doppeldecker und eine Privatmaschine stehen immer noch dort. Zu klären ist nun, wie sie wegkommen.

BerlinNach der Schließung des Flughafens Tempelhof kritisieren Piloten von Privatmaschinen jetzt „die allein politisch motivierte“ Vorgehensweise der Flughafengesellschaft bei der Beendigung des Flugbetriebs. So seien zahlreiche Piloten von Sichtflugmaschinen dazu gedrängt worden, den Flughafen zu räumen, obwohl Wetter und Sicht schlecht waren. Am Donnerstagabend um Mitternacht erlosch die Betriebgenehmigung für den Flughafen. Die Besitzer der drei Maschinen, die nicht rechtzeitig abflogen, müssen damit rechnen, diese auseinanderzubauen und per Lkw abzutransportieren.

„Die Wolken hingen fast den ganzen Tag tiefer als 150 Meter. Unter normalen Umständen wäre wegen der Sicherheitsrisiken über einer Großstadt niemand so niedrig geflogen“, sagt Detlef Bosin. Er fliegt sonst Boeings und wollte am Donnerstag die Privatmaschine eines Freundes aus Tempelhof wegfliegen. Diese steht jetzt wie zwei Doppeldecker eines Rundflugunternehmens noch dort. Den von der Flughafengesellschaft erhobenen Vorwurf der „Provokation“ weist Bosin von sich. Er wäre auch am Vortag schon geflogen, habe aber keinen Starttermin bekommen. Auch Carsten Lindemann, Meteorologe und Pilot eines FU-Messflugzeugs, sagte, es habe „keinerlei Sicherheitspolster“ gegeben. Dem Rundflug-Anbieter mit den Doppeldeckern hätten überdies die Passagiere Druck gemacht, die am letzten Tag nochmal fliegen wollten.

Bosin hat nun eine Außenstartgenehmigung beantragt, der Bund und Land als Eigentümer des Areals zustimmen müssten. Der Ju 52, die als letzte Maschine Tempelhof verließ, war diese angeblich zugesichert worden, falls sie nicht hätte fliegen können. Zum Abheben würde wohl das Vorfeld genügen. Die Startbahnen sind schon abgezäunt. Aus der Luft sehen Piloten darauf weiße Kreuze: geschlossen. Wachleute sichern das Grundstück. kög

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