• Teufelsberg-Bebauung: Außer Hotel und Wohnungen sind nun auch eine Schönheitsklinik und ein Wellness-Center geplant

Berlin : Teufelsberg-Bebauung: Außer Hotel und Wohnungen sind nun auch eine Schönheitsklinik und ein Wellness-Center geplant

CD

Auf dem Teufelsberg im Grunewald soll nun auch eine Schönheitsklinik sowie ein Fitness- und Wellness-Zentrum entstehen. Nach Angaben der Vermarktungsfirma, die neuerdings für den Kölner Investor Gruhl & Partner tätig ist, wird mit möglichen Betreibern verhandelt. Außerdem gehören zu dem umstrittenen Projekt weiterhin ein Fünf-Sterne-Hotel, bis zu 100 Luxuswohnungen, ein Ausflugslokal und ein Spionage-Museum, das an die Vergangenheit der Anlage als Abhörstation der Alliierten erinnern soll. Der Baubeginn war mehrmals verschoben worden, steht laut Gert Baer von der Vermarktungsfirma nun aber "in den nächsten zwei Wochen" bevor.

Die Fertigstellung ist für Mitte 2002 geplant, die Gesamtkosten werden auf 300 Millionen Mark geschätzt und liegen damit mehr als doppelt so hoch wie ursprünglich angekündigt. Gruhl & Partner hatten das Fünf-Hektar-Areal, das nach dem Abzug der Alliierten in Landeseigentum überging, bereits 1996 für 5,2 Millionen Mark erworben. Der Pächter des geplanten Hotels steht noch nicht fest: Die monatelangen Verhandlungen mit dem Kölner Unternehmer Thomas Althoff ("Collection Internationale Luxushotels") dauern immer noch an.

Für den heutigen Abend hat der Investor einige potenzielle Käufer und Mieter zum Abendessen mit einer Präsentation eingeladen. Die Abgeordnetenhausfraktion von Bündnis 90 / Grüne nimmt dies zum Anlass für eine neue Protestaktion vor den Toren.

Auch Umweltverbände und eine Bürgerinitiative von Anwohnern der Teufelsseechaussee und Heerstraße kämpfen seit langem gegen das Projekt. Das Bezirksamt Wilmersdorf lehnte die Pläne ebenfalls ab, doch zog der Senat die Zuständigkeit an sich. Die Kritiker verweisen darauf, dass der aus Häusertrümmern aufgeschüttete Teufelsberg mitten im Naturschutzgebiet Grunewald liege (für den Berg selbst ließ SPD-Umweltsenator Peter Strieder den Naturschutz aufheben). Bemängelt wird auch der "Spottpreis" beim Verkauf. Der Rechtsstreit um die Frage, ob der Berg zum Wald gehört oder nicht, geht derweil weiter: Beim Verwaltungsgericht ist noch eine Klage der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald anhängig.

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