Titanwurz als Zimmerpflanze : Du stinkst!

Andreas Conrad möchte keinesfalls eine Titanenwurz als Zimmerpflanze. Sie gilt als die größte Blume der Welt, ein Blütenstand von bis zu drei Metern sei möglich. Einziges Problem: Sie riecht nach Aas

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Wenn Riesen niesen, gleicht das einem Orkan. Nun gibt es solche Exemplare zum Glück nicht in Berlin, die Gegend um den Botanischen Garten müsste sonst schnellstens evakuiert werden. Allergikern ist dieses Areal ohnehin kaum mehr als eine Pollenhölle, doch jetzt droht auch noch Amorphophallus titanum, die Titanenwurz. Sie gilt als die größte Blume der Welt, ein Blütenstand von bis zu drei Metern sei möglich, tat der Botanische Garten jetzt kund – voll verständlicher Vorfreude: Das ebenso seltene wie spektakuläre, nur drei Tage währende Blütenspektakel stehe kurz bevor. Im Laufe eines Nachmittags werde sich „ein großes Hochblatt (Spatha) öffnen, welches den großen Kolben (Spadix), einem hochfliegenden Rock gleichend, umgibt“ – Amorphophallus trägt diesen Namen offenbar zu Recht. Allerdings, ohne Leid kein Freud, das gilt auch für das indonesische Blumenmonster, wie die Botaniker vorsichtshalber wissen lassen. Am besten, so legen ihre Ankündigungen nahe, nähert man sich dem Pflanzentitan im Großen Tropenhaus mit zugehaltener Nase: Er riecht nach Aas, das lockt die Fliegen, hilft beim Bestäuben. Die weltgrößte Blume – ein Riesenstinktier.

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