Berlin : Trauerkundgebungen: Our deepest sympathy - unser tiefstes Mitgefühl

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"Keine Macht dem Terror - Solidarität mit den Vereinigten Staaten von Amerika". Diesem Aufruf folgten am Donnerstagabend 200 000 Menschen, die zu einer friedlichen Kundgebung am Brandenburger Tor kamen. Dazu eingeladen hatten alle im Bundestag vertretenen Parteien.

"Dies ist ein Angriff gegen die gesamte zivilisierte Welt, ein Angriff auf die Grundwerte menschlichen Zusammenlebens", steht in dem Aufruf, der von den Parteichefs Gerhard Schröder (SPD), Angela Merkel (CDU), Edmund Stoiber (CSU), Claudia Roth und Fritz Kuhn (Bündnis 90/Die Grünen), Guido Westerwelle (FDP) und Gabi Zimmer (PDS) unterschrieben wurde. Bundespräsident Johannes Rau und der amerikanische Botschafter in Deutschland, Daniel Coats, sprachen auf der Kundgebung, die um 17 Uhr begann.

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Osama bin Laden: Amerikas Staatsfeind Nummer 1 gilt als der Hauptverdächtige "Wir werden auf die Herausforderung nicht mit Ohnmacht und nicht mit Schwäche reagieren, sondern mit Stärke und Entschlossenheit", sagte Rau. Er rief aber gleichzeitig zur Besonnenheit auf. "Hass darf uns nicht zum Hass verführen". Nichts sei so schwer zu bauen und so leicht zu zerstören wie der Frieden. In diesen Tagen hätten viele Menschen Angst, diese Angst dürfe aber nicht lähmen und die Wut, die viele verspürten, die Ohnmacht, die so schwer zu ertragen sei, dürfe nicht kopflos machen. "Wir müssen den Terrorismus bekämpfen und wir werden ihn besiegen."

Der beste Schutz gegen Terror, Gewalt und Krieg sei eine gerechte internationale Ordnung, sagte der Bundespräsident unter dem Beifall der Kundgebungsteilnehmer, die auf der Straße des 17. Juni und im Großen Tiergarten bis zur Siegessäule standen. Rund um das Brandenburger Tor, das jetzt ein schwarzes Band mit der Aufschrift "Wir trauern - our deepest sympathy" (unsere tiefste Sympathie) trägt, galten verschärfte Sicherheitsbestimmungen. Flüge über dem Tor und dem Reichstag wurden verboten.

US-Botschafter Coats dankte in seiner kurzen Ansprache den Deutschen, besondersden Berlinern für ihr Mitgefühl. "In so tragischen, schwierigen Stunden erkennt man die Tiefe der Freundschaft". Die Amerikaner würden dies nie vergessen. Als die Mauer fiel, hätten viele gehofft und geglaubt, "dass wir solche Herausforderungen hinter uns gelassen haben. Nun stehen wir vor einem neuen, fast unsichtbaren Feind, der unsere, ihre, meine Zivilisation hasst". Der Kampf gegen diesen Feind werde nicht von kurzer Dauer, schmerzhaft und nicht einfach sein. Wenige hundert Meter von der Kundgebung entfernt, gedachten vor der US-Botschaft gestern wiederum viele Schüler der Opfer. Das Blumen- und Lichtermeer wurde stündlich größer.

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