• Treptower Plänterwald: Natur kontra Spaß und Geldverdienen - Rangelei um den Schutz des Erholungsgebietes

Berlin : Treptower Plänterwald: Natur kontra Spaß und Geldverdienen - Rangelei um den Schutz des Erholungsgebietes

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Der Streit um die Sanierung der denkmalgeschützten Ausflugsgaststätte Eierhäuschen scheint sich zu einer unendlichen Geschichte auszuweiten. Eigentlich hätte das idyllisch gelegene und seit Jahren leer stehende Areal schon 1998 wieder eröffnet werden müssen. So steht es im Erbbaurechtsvertrag, den die Spreepark GmbH 1996 mit dem Senat abschloss. Doch der Spreepark weigert sich nach wie vor, mit den Bauarbeiten zu beginnen. Er begründet das mit dem Landschaftsschutz, der seit zwei Jahren für den Plänterwald gilt.

"Uns werden weder ausreichend Parkplätze, noch das Herausstellen von Tischen und Stühlen genehmigt", sagt Spreepark-Geschäftsführer Norbert Witte. So könne ein Restaurant nicht wirtschaftlich betrieben werden. Witte hat deshalb nach eigener Aussage bei der Senatsumweltverwaltung 130 Stellplätze in der Nähe des Eierhäuschens beantragt. "Erst wenn wir dafür die Erlaubnis erhalten, wird auch mit der Sanierung begonnen." Am liebsten wäre es ihm, wenn der Landschaftsschutz für den Plänterwald fiele, der auch den Vergnügungspark und das Eierhäuschen einschließt.

Unterstützt wird er nun von den Treptower Bezirksverordneten. Sie haben am Mittwochabend mehrheitlich beschlossen, dass sich das Bezirksamt dafür beim Senat verwendet - was eine Kehrtwende bedeutet. Auch der vom Spreepark angeregte Flächentausch fand die Zustimmung der Bezirkspolitiker. Wie berichtet, geht es um ein etwa 4,5-Hektar-Areal westlich des Dammweges, das gegen Teile an der Bulgarischen Straße getauscht werden soll. Ein neuer Eingang und Stellplätze sollen dort entstehen.

Für Christian Muhs von der Senatsumweltverwaltung ist dieses Votum "einfach lächerlich". "In der vergangenen Legislaturperiode haben sich die Treptower für den Landschaftsschutz ausgesprochen." Näher wolle er sich allerdings nicht zur Forderung äußern, den Landschaftsschutz teilweise wieder aufzuheben. "Wir warten erst einmal ab, ob sich der Bezirk meldet." Als "böswillige Unterstellung" weist Muhs die Behauptung des Vergnüngsparks zurück, es dürften nach den jetzt geltenden Vorschriften keine Gäste vor dem Eierhäuschen bewirtet werden. Dass dies erlaubt sei, beweisen viele Ausflugslokale im unter Landschaftsschutz stehenden Wald im Westteil der Stadt. Als Beispiel nennt er die Restaurants "Moorlake" und "Grunewaldturm".

Für die Pressesprecherin der Senatsumweltverwaltung Dagmar Buchholz steht fest, dass es über den bestehenden Landschaftsschutz keine Diskussion gibt: "Wir sind verpflichtet, die Grünanlagen zu schützen." Nun steht die Verwaltung vor der Schwierigkeit, einen Ausgleich zwischen den wirtschaftlichen Interessen des Spreeparks und dem Naturschutz zu finden.

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