Berlin : Tresorpläne für Bundesbank lagen im Müll

„Unser Tresor ist nicht zu knacken“, hatte Bundesbank-Sprecher Albrecht Sommer vor vier Wochen bei der Eröffnung des Neubaus der Bundesbank-Hauptverwaltung in der Leibnizstraße behauptet. Er bleibt dabei – obwohl jetzt vertrauliche Bauzeichnungen des hochgesicherten unterirdischen Tresorraums gefunden wurden. Einem Bericht der „Bild“-Zeitung zufolge entdeckte ein Friseur die Pläne in einem Friedrichshainer Müllcontainer. Sie enthalten detaillierte Aufzeichnungen der Sicherheitsvorkehrungen: zum Beispiel, wo Personenmelder stehen oder wie dick der Tresorboden ist.

„Ich kann nur bestätigen, dass uns solche Baupläne von einem Journalisten überreicht wurden“, sagte Banksprecher Sommer gestern dem Tagesspiegel: „Wir haben aber keinen Kontakt zu dem Friseur, wissen also nicht, ob die Geschichte mit der Mülltonne stimmt oder ob die Zeichnungen irgendwo gestohlen wurden.“ Unabhängig davon bestünde jedoch keine Gefahr für die Sicherheit des Tresors, versicherte Sommer. Die Pläne aus dem Jahr 2000 seien zwar „vertraulich“, aber wirklich sicherheitsrelevante Unterlagen würden als „streng vertraulich“ eingestuft. „Die Information über die Dicke des Tresorbodens befähigt ja keinen, den Tresor zu knacken“, sagte Sommer.

Trotzdem habe man eine Anzeige gegen Unbekannt gestellt und prüfe, woher die Aufzeichnungen stammen. Da sei vieles denkbar, da die Pläne während der fast achtjährigen Bauzeit an zahlreiche beteiligte Firmen gegangen seien. Sicher sei aber, dass die Aufzeichnungen von keinem der rund 500 Mitarbeiter der Bundesbankzentrale herausgegeben wurden.

„Das Geld unserer Kunden ist bei uns absolut sicher“, sagte Sommer. Dass in dem Tresor mehrere hundert Millionen Euro sowie Goldbarren im Wert von 50 Milliarden Euro lagern, wollte er nicht bestätigen. Man weiß ja nie, was noch so alles in Berliner Mülltonnen gefunden wird. das

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