• Türkin wollte sich und ihre Kinder am Reichstag anzünden Sicherheitskräfte verhinderten Selbstverbrennung der 28-Jährigen

Berlin : Türkin wollte sich und ihre Kinder am Reichstag anzünden Sicherheitskräfte verhinderten Selbstverbrennung der 28-Jährigen

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Die Sicherheitskräfte des Bundestages waren schneller. Sie verhinderten gestern kurz vor zehn Uhr, dass eine 28jährige Türkin sich und ihre zwei Kinder vor dem Westeingang des Reichstagsgebäudes selbst verbrannte. Als Motiv habe die Frau „Angst vor einer drohenden Abschiebung“ genannt, sagte eine Sprecherin des Bundestages. Die Türkin war in Nürnberg wegen illegaler Einreise zu einer Geldstrafe verurteilt worden, sagte die Berliner Polizei am Abend. Da sie nicht gezahlt habe, liege ein Haftbefehl vor.

Die Frau habe eine Benzinflasche und ein Feuerzeug bei sich gehabt. Doch glücklicherweise hatten Reichstagsbesucher rechtzeitig die Sicherheitskräfte alarmiert. Die Beamten überwältigten die Frau, bevor sie das Benzin über ihre elfjährige Tochter und den sechsjährigen Sohn gießen konnte. Die Frau und die Kinder blieben unverletzt. Sie sei zunächst ins Parlamentsgebäude gebracht und später von der Polizei vernommen worden. „Doch das war schwierig, weil die Türkin kein Deutsch spricht und wir einen Dolmetscher brauchten“, sagte die Sprecherin. Die Frau sei in psychiatrische Behandlung gekommen, um die Kinder kümmere sich das Jugendamt, sagte ein Beamter.

Dem Geschäftsführer des Türkischen Bundes Berlin-Brandenburg (TBB), Kenan Kolat, sind bislang keine Einzelheiten bekannt. „Eine solche Tat spricht dafür, dass die Frau entweder so verzweifelt war, dass sie nur einen Selbstmord als Ausweg gesehen hat. Oder aber sie wollte Aufsehen erregen und so einer Abschiebung entkommen.“

Furcht vor Abschiebung war auch das Motiv von Cemal Altun, der 1983 Schlagzeilen machte: Der 23-jährige Asylbewerber hatte sich während der Gerichtsverhandlung im damaligen Verwaltungsgericht in der Hardenbergstraße aus dem 6. Stock gestürzt und war dabei ums Leben gekommen. Ein Denkmal vor dem Gebäude an der Hardenbergstraße 20 erinnert daran. tabu/weso

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