Türkisch-Kurdischer Konflikt : Türkische Presse nimmt Randalierer in Schutz

Gestern berichteten die türkischen Zeitungen wieder ausführlich, wo in der EU die Türken zur „Einheit“ gefunden hätten. Unter den Berichten waren auch solche aus Berlin.

Suzan Gülfirat

Zwei Botschaften verkündeten die Blätter dabei: „Lasst Euch nicht provozieren“ und „die Kurden sind schuld“. Jedenfalls kann man die Berichte so auslegen, wenngleich auch versöhnliche Worte erschienen. „Geht nicht in die Falle!“, titelte zum Beispiel die „Hürriyet“. In der Unterzeile erklärte die Zeitung, was sie meint. „Der zunehmende Terror in der Türkei lässt in Europa den Blutdruck steigen. Kurdische und türkische Jugendliche, die sich provozieren ließen, sind aneinander geraten.“ Im Text kam auch Kenan Kolat von der Türkischen Gemeinde in Deutschland (TGD) zu Wort. Er rief die Eltern auf, die Aktionen ihrer heranwachsenden Kinder im Auge zu behalten.

Die „Türkiye“ veröffentlich ebenfalls den Aufruf der TGD. In den Vordergrund stellte sie aber, wer die Demo in Berlin organisiert habe. „Janitscharischer Protest“, lautete die Überschrift zum bebilderten Bericht auf der Europaseite. Die Demonstration war von einer „Janitscharischen Militärkapelle“ angemeldet worden. Auch die „Türkiye“ war der Meinung, dass „Provokationen der Separatisten“ zu den Ausschreitungen geführt hätten.

Die kurdische „Yeni Özgür Politika“ sah die Ereignisse freilich anders. „Rassistische Übergriffe schwappen nach Europa über“, titelte das Blatt am Dienstag. „Nachdem die türkische Regierung die Kurden zur ihrer Zielscheibe erklärt hat, sind die rassistischen Übergriffe auf Kurden in der Türkei jetzt auch nach Europa geschwappt“, heiß es in der Unterzeile. Auch im Innenteil analysierte die Zeitung auf ihre Art und Weise die Geschehnisse: „Faschisten greifen an!“, lautete die Überschrift der Schwerpunktseite mit den Berichten aus Deutschland. Suzan Gülfirat

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