TV-Fahndung : Poker-Raub: Aktenzeichen bleibt ungelöst

UPDATE Die Sendung „Aktenzeichen XY ungelöst“ bringt zunächst keine neue Spur zum Berliner Poker-Raub. Dafür brachten die Videos des Überfalls gute Quoten.

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Das Verbrechen war filmreif – und wurde deshalb schon vier Tage später Thema in der Sendung „Aktenzeichen XY ungelöst“. Am Mittwochabend rief das ZDF zur Fahndung nach den Räubern auf, die am Sonnabend das Pokerturnier im Grand Hyatt Hotel am Potsdamer Platz überfallen und rund 240 000 Euro erbeutet hatten. Was Moderator Rudi Cerne gegen halb neun als „Top-Fahndung“ ankündigte, war allerdings dieselbe Videosequenz, die bereits am Wochenende auf fast allen Kanälen lief. Zuvor war allerdings noch nicht die gestochen scharfe Vergrößerung des Gangsters mit der roten Jacke enthalten, den ein Wachmann kurz festhalten konnte. Zu erkennen war ein weit aufgerissenes Augenpaar in einem ansonsten schwarz maskierten Gesicht, gefolgt vom Hinweis auf die Telefonnummer im Münchner Studio.

Bei der Berliner Polizei hieß es am Mittwochabend: „Von uns sind keine Bilder für die Öffentlichkeitsfahndung herausgegeben worden.“ Dasselbe gelte für die Staatsanwaltschaft. Die Ermittler hatten schon zuvor mehr als 50 Hinweise erhalten und sind auch wegen diverser Fotos und Videoaufnahmen optimistisch, die Täter zu ermitteln. Auch deshalb ist der Fall untypisch für die ZDF-Sendung, die sich auf ältere ungelöste Fälle konzentriert. Bislang konnte durch die Fernsehfahndung auch noch kein Durchbruch bei der Suche nach den Tätern erzielt werden. Es gab nach der Sendung einige Anrufe, aber etwas Relevantes war nicht dabei", erklärte eine Sprecherin der ZDF-Sendung am Mittag gegenüber Tagesspiegel Online.
 
So hat die Sendung die Berliner Ermittler noch nicht wesentlich weiter gebracht. Dafür haben die Fernsehfahnder des ZDF dank des Videos vom Poker-Raub am Mittwochabend die besten Einschaltquoten erzielt. 5,43 Millionen Zuschauer wollten die Sendung sehen. Nach Senderangaben erzielte das Zweite damit einen Marktanteil von 16,6 Prozent. Weder die Fußball-Champions-League auf Sat.1 noch der Spielfilm im Ersten konnten mithalten. (mit ddp)

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