U-Bahn-Schläger auf freiem Fuß : Justizsenatorin verteidigt Haftrichter

In der SPD ist man sich uneins darüber, wie mit dem U-Bahn-Schläger Torben P. umzugehen ist. Justizsenatorin von der Aue hat die Haftverschonung verteidigt. Mittlerweile wurde Anklage wegen gegen P. erhoben.

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Die Schelte von Innensenator Körting am Haftrichter findet die Justizsenatorin unangebracht.
Die Schelte von Innensenator Körting am Haftrichter findet die Justizsenatorin unangebracht.Foto: Thilo Rückeis/TSP

Die SPD-Politikerin sprach von „der einzig richtigen Entscheidung“ des Haftrichters. Von der Aue gab allerdings im Rechtsausschuss des Abgeordnetenhauses zu, dass Entscheidungen der Justiz „im Einzelfall von der Bevölkerung nicht mehr nachvollziehbar“ seien. Von der Aue kritisierte ihren Senatskollegen Ehrhart Körting (ebenfalls SPD), der sich kritisch zur Haftverschonung für den 18-Jährigen geäußert hat. „Derartige Entscheidungen können dazu beitragen, das Recht von den Menschen zu entfremden“, hatte der Innensenator dem Tagesspiegel gesagt. Und weiter: „Bei der Schwere der Tat klafft zwischen dem, was allgemeines Rechtsverständnis der Bevölkerung ist, und der Entscheidung des Gerichts eine Lücke.“

„Ich teile die Auffassung von Herrn Körting nicht“, sagte die Justizsenatorin am Mittwoch im Rechtsausschuss des Abgeordnetenhauses. Klaus Lederer von der Linkspartei griff Körting scharf an und sprach von einer „komplett unangebrachten Richterschelte“.

Nach der Veröffentlichung der Videoaufnahmen von der jüngsten Gewalttat im U-Bahnhof Amrumer Straße hat sich am Mittwoch nur ein weiterer Zeuge bei der Kripo gemeldet. Weiterhin sucht die Polizei Hinweise zu den Tätern, die am 28. April im U-Bahnhof einen 21-Jährigen mehrfach geschlagen und getreten haben. Im Fall des versuchten Totschlags auf dem Bahnhof Friedrichstraße hatte sich Torben P. bereits Stunden nach Veröffentlichung der Fahndungsbilder bei der Polizei gestellt und die Tat gestanden. Mittlerweile sei Anklage wegen versuchten Totschlags gegen Torben P. erhoben worden, sagte die Justizsenatorin gestern. Wann der Prozess beginnt, steht noch nicht fest.

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