Udos letzter Vorhang : Aus für Musical „Hinterm Horizont“

Zum letzten Mal läuft heute am Potsdamer Platz das Musical "Hinterm Horizont". Was dann aus dem Theater wird, ist unklar - 143 Mitarbeiter werden entlassen.

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Ab dem 29.8.2016 ein Geisterhaus: das Theater am Potsdamer Platz Foto: Stage Entertainment
Ab dem 29.8.2016 ein Geisterhaus: das Theater am Potsdamer PlatzFoto: Stage Entertainment

„Heute ist ein ganz besonderer Abend“, setzt Theaterleiter Stefan Meinhold an – da schallt es ihm auch schon aus dem Saal entgegen: „Für uns auch!“ 1700 Fans von „Hinterm Horizont“ haben sich am Sonntagabend versammelt, um die allerletzte Vorstellung des Musicals in Berlin zu erleben. Mehr als 2000 Mal haben sie im Theater am Potsdamer Platz die Lovestory von Udo Lindenberg und seinem Mädchen aus Ost-Berlin erzählt.

Nach der Premiere 2011 entwickelte sich die East-West-Side- Story, bei der sich die Handlung nach dem Strickmuster der Abba-Show „Mamma mia“an Lindenberg-Hits entlanghangelt, zum Dauerbrenner. Doch nun ist Schluss. Das Stück wandert weiter, nach Hamburg, in Udos Wahlheimat. Im 1999 eröffneten Theater am Potsdamer Platz dagegen gehen die Lichter aus, 143 Mitarbeiter verlieren ihre Jobs.

Alle lieben die Show

„Mir und meinen Kollegen hat die Arbeit hier viel bedeutet“, sagt der sichtlich bewegte Theaterleiter – und gibt dann die Bühne frei für einen hochemotionalen Abend, durch den die Darsteller förmlich von der Begeisterung des Publikums getragen werden. Immer wieder springen die Besucher von den Sitzen auf, klatschen im Takt, singen mit.

Nur wenige haben sich zurechtgemacht, tragen Udo-T-Shirts oder Hüte nach der Art des Panikrockers. Aber alle lieben ganz offensichtlich diese Show, die nebenbei so viel über das Leben in den beiden deutschen Staaten erzählt. Mehrfach tritt Serkan Kaya, der Udo-Darsteller aus seiner Rolle heraus, spricht die Leute direkt an. Am Ende, als er und sein Mädchen aus Ost-Berlin sich wiedersehen, ruft er: „Jetzt müssen wir nur noch die Reste der Mauer aus unseren Köpfen wegkloppen.“ Riesenjubel.

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