Berlin : Über den Rohbau der Topographie wird noch verhandelt

Stiftungsdirektor ist skeptisch, dass die Arbeiten im Herbst beginnen

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Andreas Nachama ist schon viel versprochen worden. Immer wieder wurden Termine für den Weiterbau der Topographie des Terrors an der Niederkirchnerstraße genannt – und dann verschoben. So war der Geschäftsführende Direktor der Stiftung Topografie des Terrors etwas skeptisch, als die Bauverwaltung am Dienstag einen Baubeginn im Herbst ankündigte und den Bau der ersten Stelen im Betonwerk schon im Mai in Aussicht stellte. Die Senatsbauverwaltung bestätigte gestern, dass ein Vertrag mit der Baufirma noch nicht geschlossen ist. „Dass es weitergeht, glaube ich erst, wenn die ersten Betonstelen stehen“, sagte Nachama.

Diese Stelen gehören zur „Stabwerkfassade“ des Dokumentationszentrums, das Peter Zumthor entworfen hat. Der Schweizer hatte den Wettbewerb für das Gelände der einstigen GestapoZentrale 1993 gewonnen, der Bau sollte 1998 stehen und ursprünglich 10,7 Millionen Euro kosten. Aber nur drei Treppentürme wurden bis September 2000 errichtet. Das Abgeordnetenhaus zog die Notbremse, denn die Kostenkalkulation hatte mittlerweile schon 45,9 Millionen Euro erreicht. Nun sollten die Kosten 38,9 Millionen Euro nicht überschreiten dürfen.

Im vergangenen Jahr war von einem völligen Stop des Projektes und von einer Neu-Ausschreibung die Rede, dann einigte sich die Bauverwaltung nach einer „Machbarkeitsstudie“ mit dem Architekten auf eine vereinfachte Stelen-Konstruktion. Die Braunschweiger Baufirma Heibus gewann die Ausschreibung, ging aber im Herbst in Insolvenz. Die Bauverwaltung kündigte eine neue Ausschreibung an. Dazu kam es nicht, weil der Insolvenzverwalter ein Konzept zum Weiterbau vorlegte. Die Senatsbauverwaltung habe das Konzept geprüft und halte es für „plausibel“, sagte Sprecherin Petra Reetz. Jetzt müsse mit der Firma noch über einen Vertrag für den Rohbau verhandelt werden.

Die Fassade solle im Herbst montiert werden, dafür müsste der Bau der Stelen schon im Mai, eventuell bereits im April beginnen. Kulturstaatsministerin Christina Weiss hatte kürzlich betont, dass der Bund nur dann die Hälfte der Kosten trägt, wenn sie sich im vereinbarten Kostenrahmen bewegen.

Fertig soll das neue NS-Dokumentationszentrum Topographie des Terrors 2007 sein, ein Termin, der seit gut einem Jahr immer wieder genannt wird. Auf ihrer Internet-Seite kündigt die Senatsbauverwaltung noch den „Mai 2005“ an. C.v.L.

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