Umweltzone : Senat will Rußfilter für Fahrgastschiffe

Der Senat möchte den Schadstoffausstoß der Berliner Fahrgastschiffe deutlich reduzieren: Innerhalb der nächsten zwei Jahre sollen alle Passagier-Dampfer, die in der Umweltzone unterwegs sind, einen Rußfilter eingebaut bekommen.

Andreas Wilhelm

Allerdings kann der Senat dabei nur an das ökologische Gewissen der Reeder appellieren und Anreize zum Filtereinbau schaffen – eine gesetzliche Handhabe hat er nicht, da die meisten Flüsse in der Stadt Bundeswasserstraßen sind. In der Senatsverwaltung für Umwelt ist man trotzdem optimistisch: „Wir glauben, dass die Reeder darauf anspringen“, sagt Immissionsexperte Martin Lutz.

Zunächst ist ein Modellprojekt geplant: Ende des Jahres werden einzelne Schiffe mit Papierfiltern ausgestattet. Die Einbaukosten sollen pro Schiff zwischen 3000 und 6000 Euro betragen, der Senat zahlt. Allerdings müssen nach jeder Saison die Kartuschen ausgetauscht werden. Die dafür dann jeweils fälligen 100 Euro sollen nach den Senatsplänen die Reedereien bezahlen. Bis jetzt hat sich noch kein Unternehmen gefunden, das bei dem Projekt mitmacht.

Möglicherweise gibt es auch über das Versuchsprojekt hinaus finanzielle Unterstützung beim Einbau von Rußfiltern. So könne man etwa Gelder aus Strukturfördertöpfen der EU beziehen, sagt Martin Lutz. Wie groß die Umweltbelastung durch filterlose Fahrgastschiffe tatsächlich ist, lässt sich derzeit nicht beziffern. „An den Messstationen in Berlin ist die Verschmutzung nicht messbar“, sagt Volker Schlickum von der Umweltverwaltung. Denn den 1,2 Millionen Fahrzeugen auf den Straßen Berlins ständen gerade einmal rund 100 Fahrgastschiffe gegenüber – und selbst zu Spitzenzeiten im Sommer habe man einen Einfluss der Dampfer auf die Partikelfülle an den Messcontainern nicht feststellen können. „Aber Beschwerden über die sichtbaren Dieselwolken gibt es andauernd.“ Vor allem beim An- und Ablegen in den Häfen sowie beim Ausfahren aus den Schleusen komme es zu heftigem Schadstoffausstoß. Andreas Wilhelm

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