Berlin : Umweltzone: Sonderregelung für Autohändler

Die Autohändler in der Berliner Innenstadt gehören zu den Hauptbetroffenen, wenn Anfang 2008 die Umweltzone eingeführt wird. Für sie hat die Verwaltung jetzt eines von zwei großen Problemen gelöst. Das andere bleibt.

Geklärt wurde die Frage, wie Gebraucht- und Vorführwagen legal durch die Innenstadt bewegt werden können, ohne dass die Händler für jedes ihrer Autos eine fünf Euro teure Plakette kaufen müssen. Weil der Fall nicht bundesweit geregelt ist, hat die Berliner Verwaltung einen Freifahrtschein für jene Händlerautos beschlossen, die die Kriterien der Umweltzone erfüllen, also eine Plakette bekommen würden. Für sie – und nur für sie – dürfen die Händler ein sogenanntes Wechselkennzeichen (mit roter Schrift und den Anfangsziffern 07) benutzen, das an verschiedene Autos geschraubt werden kann und deshalb ein Fahrtenbuch erfordert. Das hat die Verwaltung dem Anwalt Umut Schleyer mitgeteilt, der nach Auskunft seiner Kanzlei 170 Berliner Autohändler juristisch vertritt.

Bei älteren Gebrauchtwagen, die die Kriterien der Umweltzone nicht erfüllen, sieht Schleyer zwar „noch Regelungsbedarf“, aber die Verwaltung betrachtet den Fall als erledigt: Ausnahmeregelungen für die Stinker – Benziner ohne geregelten Katalysator und Diesel bis zur Abgasnorm Euro I – seien nicht geplant. „Wer soll denn so ein Fahrzeug kaufen?“, fragt ein Verantwortlicher aus der Umweltverwaltung und stellt klar: „Wer jetzt noch so ein Auto kauft, wird definitiv keine Einzelausnahme bekommen.“ Tatsächlich dürften die Interessenten für solche Autos am ehesten von außerhalb Berlins oder aus Ländern wie den Nachfolgestaaten der früheren Sowjetunion kommen. Wollen sie Probe fahren, geht das nur außerhalb der Umweltzone. obs

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