Berlin : Umzug von Tempelhof nach Tegel

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Von Tempelhof nach Tegel – diesen Kurs scheinen die meisten Fluggesellschaften, die derzeit noch in Tempelhof starten und landen, einzuschlagen. Luxair verlegt seine beiden täglichen Flüge nach Luxemburg bereits zum 19. Juli nach Tegel, mit weiteren Gesellschaften gebe es „viel versprechende“ Gespräche, sagte Flughafensprecherin Rosemarie Meichsner, was auch Gesellschaften bestätigen.

Die Tempelhofer Fluggesellschaften hatten stets gefordert, nach einer Aufgabe des Flugbetriebs in Tempelhof nach Tegel ziehen zu können. Schönefeld als neuen Standort lehnen sie – vor der Eröffnung des geplanten Flughafens BerlinBrandenburg International (BBI) – ab. Mit Flügen ab Schönefeld sei man der Konkurrenz in Tegel unterlegen, die die gleichen Ziele im Angebot habe, sagte der Deutschlanddirektor der belgischen SN Brussels, Daniel Noraman.

Für die meisten Gesellschaften, die jetzt noch ab Tempelhof fliegen, ist es nach Angaben der Flughafengesellschaft gelungen, ähnliche Start- und Landezeiten in Tegel zu erhalten. Dies gelte auch für den kommenden Sommerflugplan, sagte Meichsner. Probleme gibt es allerdings bei Cirrus Airlines, der zweitgrößten Gesellschaft in Tempelhof.

Auch SN Brussels sieht noch Schwierigkeiten beim ersten Flug am Tag. In Tempelhof konnte sie um 7.05 Uhr starten, in Tegel wäre der Frühflug dagegen erst um 7.25 Uhr möglich. Dann wäre nicht nur Lufthansa Richtung Brüssel bereits in der Luft, sondern für Passagiere, die in Brüssel auf eine Partner-Machine nach New York umsteigen wollen, würde die Zeit sehr knapp, so Noraman. Die anderen Fragen, die sich bei einem Umzug stellten, könne man dagegen lösen, sagte er. An der Klage gegen die Befreiung der Flughafengesellschaft aus der Betriebspflicht für Tempelhof wolle man aber auf jeden Fall festhalten.

Auch die Lufthansa unterstützt jetzt die schnellstmögliche Schließung Tempelhofs. Sie erwartet dadurch eine Verringerung ihrer eigenen Gebühren in Tegel. An eine generelle Senkung der Tarife sei jedoch nicht gedacht, stellte Meichsner klar. Die Vereinigung der Deutschen Geschäftsflieger (GBAA) kritisierte die Lufthansa-Haltung. Dem Verband gehören auch Großkonzerne mit eigener Flugabteilung wie BMW, Thyssen-Krupp und Volkswagen an. Einige der Unternehmen, die mit eigenen Jets Tempelhof „als einzigen akzeptablen Flughafen" nutzen, könnten die Lufthansa bei Linienflügen künftig boykottieren, drohte Geschäftsführer Jörn Deistler. du-/kt

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