Berlin : Uni statt Dom: Neue Kanzel für Markschies

Anja Kühne

Christoph Markschies (42), Professor für Ältere Kirchengeschichte, tritt am 1.November als einziger Kandidat für das Präsidentenamt an der Humboldt-Universität (HU) zur Wahl an. So lautet die Entscheidung der Uni-Findungskommission. Mit Markschies habe die Humboldt-Universität einen „hoch renommierten Wissenschaftler“ ernannt, sagte Jürgen Prömel, zurzeit Präsident in Vertretung, dem Tagesspiegel.

Die Nominierung des evangelischen Theologen, den viele Berliner von seinen Predigten im Berliner Dom kennen, kommt überraschend. Der Theologe hat noch keine andere Hochschule geleitet, auch keinen Fachbereich als Dekan. Den Gremien der Humboldt-Universität gehört er nicht an, erst seit einem Jahr ist er an der HU. Zuvor lehrte er in Heidelberg, Jerusalem und Jena.

Seit im April bekannt wurde, dass der damalige Präsident der HU, Jürgen Mlynek, an die Spitze der Helmholtz-Gemeinschaft wechselt, hatte die Hochschule Kandidaten gesichtet. Ursprünglich sollte der neue Präsident schon am 12.Juli gewählt werden. Doch die von der Hochschule in Betracht gezogenen Wissenschaftler sagten entweder ab oder fanden nicht genügend Zuspruch. Auch sollen sich Vizepräsidenten der Humboldt-Uni gegen Anwärter gewehrt haben, indem sie mit Rücktritt drohten.

Angehörige der Humboldt-Uni kritisierten gestern, dass die Findungskommission nur Markschies aufgestellt habe. Auch seien angesehene Wissenschaftler wie Konrad Osterwalder von der ETH Zürich und Erich Thies, Generalsekretär der Kultusministerkonferenz, durch das Verfahren beschädigt worden, weil man sie zu lange hingehalten habe.

Günter Stock, Mitglied im Vorstand von Schering und Leiter der Findungskommission, sagte dem Tagesspiegel zu den Vorwürfen: „Markschies war einfach überzeugend. Er ist jung, er liebt die Uni und die Studenten, er ist ein guter Lehrer.“

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