• Unter den Linden wurde mit dem Bau der Ungarischen Botschaft begonnen - und das Haus der Verbände kann bezogen werden

Berlin : Unter den Linden wurde mit dem Bau der Ungarischen Botschaft begonnen - und das Haus der Verbände kann bezogen werden

Christian van Lessen

Zwei neue Gebäude in Mitte - eines vorm Baubeginn, das andere bereits fertig - werden auf ihre Art symbolisieren, dass Berlin Hauptstadt geworden ist: Das eine ist die Botschaft der Republik Ungarn, für die Ministerpräsident Viktor Orbán gestern Unter den Linden den Grundstein gelegt hat. Das andere ist das Haus der Verbände oder auch Haus der Deutschen Wirtschaft an der Breiten Straße Ecke Mühlendamm, das am Freitag in Anwesenheit von Bundespräsident Johannes Rau offiziell eröffnet wird.

Beim Festakt für die Botschaft an der Ecke Wilhelmstraße sagte Ungarns Ministerpräsident, dass Berlin nach dem Fall der Mauer eine neue Stadt geworden sei und eine neue Botschaft benötige. Es bereite ihm Freude, dass sie wieder auf altem Gelände in der Nähe des Brandenburger Tores entstehe. Das Botschaftsgebäude aus dem Jahr 1966 war zu Beginn des Jahres abgerissen worden. Bundesaußenminister Joschka Fischer erinnerte daran, dass die Ungarn vor zehn Jahren das Tor zur Freiheit aufgerissen und zur europäischen Integration beigetragen hätten. Man freue sich, Ungarn sehr bald als Vollmitglied der EU begrüßen zu können. Auch der Regierende Bürgermeister Eberhard Diepgen würdigte die Rolle der Ungarn beim Einheitsprozess in Europa.

Die neue Botschaft wird nach Entwürfen des ungarischen Architekten ¿Adám Sylvester auf einem Grundstück errichtet, das dem ungarischen Staat gehört. Als Investor aber wurde nach einem Auswahlverfahren unter 48 Bewerbern die EP Euro-Projektentwicklungs-Verwaltungs GmbH ausgewählt, eine Beteiligungsgesellschaft der Dresdner Bank und der Unternehmensgruppe Roland Ernst. Sie übernimmt die zum Frühjahr 2001 geplante schlüsselfertige Herstellung des Botschaftsgebäudes mit zehn Wohnungen, selbst die Möblierung. Bis dahin sitzt die Botschaft in einem Bürohaus der Roland-Ernst-Gruppe am Gendarmenmarkt.

Fertig und möbliert ist das Haus der Verbände schon seit geraumer Zeit, gearbeitet wird in den Büros auch schon, aber der offizielle Start ist erst morgen. Die Architekten Schweger und Partner luden gestern zu einer Besichtigung jenes Gebäudekomplexes ein, der den Deutschen Industrie- und Handelstag (DIHT), die Bundesvereinigung Deutscher Arbeitgeberverbände (BDA) und den Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) unter neuem Dach vereinigt. Der 200-Millionen-Komplex, der aus vier Gebäuden besteht, schließt den Blockrand Breite Straße/Mühlendamm und stellt auf der Spreeseite die Verlängerung zum Marstall dar. Der Charme der Gebäude entwickelt sich vor allem im Inneren, zu dem ein großes Atrium mit Brunnen und Bambushain gehören. Die Glaskuppel wurde höher als zunächst vorgesehen - aus Konstruktionsgründen, wie die Architekten gestern betonten. Damit komme nach außen die Wölbung besser zum Ausdruck. Nach innen soll das Glasdach nach Vorstellung der Architekten nicht nur Licht, sondern - symbolisch gesehen - auch den Himmel ins Haus bringen, als Erleuchtung von oben. Auf das Arbeitsklima wirkt sich der Neubau offenbar günstig aus. "Mir macht die Arbeit Spaß", sagte ein BDA-Vertreter. Er lobte das Licht und die Kommunikationsmöglichkeiten.

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