Berlin : Unter Göttinnen

Andreas Conrad

mag sich zwischen Wencke/Gitte/Siw nicht entscheiden Im Paradies genügte zur Verführung noch eine einzige Schlange, eine längst überwundene Bescheidenheit. Schon das Neue Testament setzte auf die Drei, sei es in der Dreifaltigkeit oder in den drei Königen aus dem Morgenland. Ja, man muss so weit zurück, will man die kulturelle Verwurzelung des Auftritts von Gitte, Wencke und Siw in der ganzen Tiefe würdigen. „Warum immer nur die drei Tenöre?“ – die von ihnen aufgeworfene Frage greift entschieden zu kurz. Eher fällt einem das Urteil des Paris ein, Auslöser des Trojanischen Krieges: Drei Göttinnen – wenn man so will: ein flotter Dreier – begehrten zu wissen, welche die Schönste sei. Leider wählte der Jüngling Aphrodite, die ihm die Liebe der schönsten Sterblichen versprach: Helena. Wir kennen die traurigen Folgen, die aber nur deswegen auftraten, weil Menelaos, Helenas gehörnter Gatte, nicht die richtigen Lieder hörte: „Liebeskummer lohnt sich nicht, my Darling.“

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