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Thorsten Metzner über biblische Linke und grillende Jung-Sozis

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Foto: ddp
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Erst Kirchentag, dann Linke-Parteitag: Brandenburgs Finanzminister Helmuth Markov, für die christdemokratische Opposition zu Hause ein rotes Tuch, war jetzt in München beim ökumenischen Deutschland-Treffen gefragter Gast. Mit Kirchenoffiziellen debattierte Markov vor 700 Gläubigen zur Frage: „Biblisches Zinsverbot - Rettung aus der Bankenkrise?“ Seine Antwort lautete etwa so: Er sei „schon für Zinsen, um akkumuliertes Geld für produktive Zwecke zu aktivieren“, aber er sei gegen Wucherzinsen. „Ich glaube, die Mehrheit im Saal sah das auch so.“ Auf den Auftritt hatte er sich extra vorbereitet, „noch einmal das Alte Testament gelesen“. Überhaupt, sagte Markov danach, habe ihm der Kirchentag „richtig Spaß gemacht“. Mal sehen, ob er das auch vom Linke-Parteitag berichtet.

Sie sind weder jung noch wild, gelten aber als „junge Wilde“ der Brandenburger SPD, und Himmelfahrt feierten sie in informeller Runde eines Babelsberger Gartens mehrere Siege: Mike Schubert, 37 Jahre, war zum Potsdamer SPD-Chef wieder gewählt worden. Und der Abgeordnete Sören Kosanke, 33 Jahre, hat erstmals den Vorsitz in Potsdam-Mittelmark übernommen. Grund zum Feiern hatte das jenseits der Parteihierarchien umtriebige Netzwerk auch, weil Landeschef Matthias Platzeck ersten Vorstößen seinen Segen gab, für eine professionelle Rekrutierung von Führungskräften und für ein neues Verhältnis von Berlin und Brandenburg samt ferner Fusion. Die sieht Platzeck allerdings nicht mehr für seine Regierungszeit. Er sei, so der 56-Jährige jüngst, „in der letzten Dekade“ seines politischen Wirkens.

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