Berlin : Unterm Glasdach ist jetzt auch die Akustik transparent

Im Historischen Museum wurde das Schallproblem gelöst

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Sein Blick geht nach oben, und seine Worte künden von tiefster Zufriedenheit. „Das ist die Lösung unserer Probleme“, sagt Hans Ottomeyer, Hausherr im Deutschen Historischen Museum. Das Problem war die Akustik im Schlüterhof des Zeughauses – so miserabel, dass der glasüberdachte Raum für Veranstaltungen untauglich war. Die Lösung bringt jetzt eine Plastikmembran, perforiert und transparent, gleichwohl deutlich sichtbar, aus hunderten Einzelteilen zusammengesetzt wie ein Flickenteppich, der unter dem Glasdach gespannt ist. „Jetzt kann man jedes Wort wunderbar verstehen“, erklärt Ottomeyer. Nur ein kleiner Nachhall ist noch da.

Der Generaldirektor des Museums ist nicht nur zufrieden, sondern auch erleichtert. Denn nun steht der Nutzung des adretten Hofes für Veranstaltungen – gedacht ist an Kongresse, Tagungen und Galas – nichts mehr im Wege. Zwölf Mal traf man sich schon im noch nicht fertig sanierten Hof des Zeughauses, und immer war die Akustik einwandfrei. Die SchallProbleme im Schlüterhof waren entstanden, weil das Glasdach des Ieoh Ming Pei nicht so hoch ausfallen durfte wie von dem Star-Architekten zunächst geplant. Erst als das schöne Dach montiert war, fiel die miserable Akustik auf.

Die Bauaufsicht wies jede Verantwortung von sich, der Hof sei als Verkehrs- und nicht als Veranstaltungsfläche vorgesehen gewesen. Ottomeyer ist der Streit egal, er ist zufrieden über die Lösung, die „ein Provisorium ist“, wie er sagt.

Veranstaltungen jenseits von Ausstellungen werden für das Haus immer wichtiger. Sie bringen Spenden für das Museum und Manager großer Firmen ins Haus, mit denen es sich danach leichter zum Beispiel über Sponsoring reden lässt. „Die Foyers des Pei-Anbaus und der Schlüterhof sind für Events wie geschaffen“, sagt Ottomeyer, für den es nach seiner Aussage immer außer Zweifel stand, das Haus für Events zu nutzen. In den nächsten Monaten geht es deshalb in diesem Sinne Unter den Linden weiter. Größte Programmpunkte sind dabei ein Wohltätigkeitsdinner der Deutschen Schlaganfallhilfe unter der Leitung von Liz Mohn und eine Gala, die „Innocence in Danger“ überschrieben ist und Geld sammeln soll für den Kampf gegen Kindesmissbrauch im Internet.

Das Zeughaus selbst ist noch im Bau. Die Eröffnung ist für das Jahresende 2004 vorgesehen. Dann soll hier die Dauerausstellung zur Deutschen Geschichte eröffnet werden. Im Pei-Anbau werden danach nur noch Wechselausstellungen gezeigt. oew

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