Unversteuerte Fahrten : Verdi warnte vor Taxi-"Schwarztouren" - vor fünf Jahren

Vor fünf Jahren lockten Taxifahrer in Berlin potentielle Kunden mit Pauschalpreisen und illegalen Rabatten für Fahrten ohne Taxameter-Erfassung. Verdi ging gegen den neuen Schwarzmarkt vor. Was die Agentur ddp damals berichtete.

Der Preisdruck ist groß: Immer mehr Taxifahrer bieten vergünstigte Fahrten ohne Taxameter an - um am Markt eine Chance zu haben.
Der Preisdruck ist groß: Immer mehr Taxifahrer bieten vergünstigte Fahrten ohne Taxameter an - um am Markt eine Chance zu haben.Foto: dpa

Mit einer Flugblatt-Aktion am Berliner Hauptbahnhof hat die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi am Donnerstag über die Nachteile sogenannter Schwarztouren im Taxi informiert. Fahrten ohne Taxameter, bei denen der Fahrpreis oft unter dem offiziellen Tarif liege, brächten auf lange Sicht „gravierende Nachteile“ mit sich, sagte Jens Gröger von Verdi. Mit den Flugblättern sollten Fahrer und Fahrgäste für das Themasen sibilisiert werden, fügte Gröger hinzu. Bei „Schwarztouren" seien weder Fahrgast noch Fahrer im Falle eines Unfalls versichert, warnte er.

Außerdem verursache Schwarzarbeit „immense Schäden“, da Firmen, die Schwarzarbeiter beschäftigten, keine Lohnsteuer und keine Sozialabgaben zahlten. Damit ergaunerten sie sich einen Wettbewerbsvorteil und drückten die Löhne der regulär angestellten Fahrer. „Leider gibt es viele schwarze Schafe unter den Taxifahrern“, sagte Gröger. Er forderte Fahrgäste dazu auf, Taxifahrer, die „Schwarztouren“ anböten, zu melden.

Weiteres Ziel der Aktion war laut Gröger, die Taxifahrer für die Gewerkschaft zu gewinnen. Der Stundenlohn der Fahrer liege meist nur bei fünf bis sechs Euro in der Stunde, also weit unter dem geforderten Mindestlohn von 8,50 Euro. Durchsetzungskraft für Lohnforderungen gegenüber den Innungen haben die Taxifahrer nach Grögers Worten aber nur, wenn sie organisiert sind. ddp

Der Beitrag erscheint in unserer Rubrik "Vor fünf Jahren"

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