Vandalismus am Beethoven-Gymnasium in Berlin-Steglitz : Eine Schule im Ausnahmezustand

Das Lankwitzer Beethoven-Gymnasium ist unter Wasser gesetzt worden. Die Polizei ermittelt. Am Montag gibt es keinen Unterricht.

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Notlösung. Wie es für die übrigen Schüler weitergeht, ist noch unklar.
Notlösung. Wie es für die übrigen Schüler weitergeht, ist noch unklar.Foto: Kai-Uwe Heinrich

Der Hausmeister wird diesen Anblick wohl so schnell nicht vergessen: Als er am Freitag sein Lankwitzer Beethoven- Gymnasium aufschloss, floss das Wasser die Treppe hinunter und durch die Betondecke, schildert die Polizei die Lage. Im Erdgeschoss und im Keller habe das Wasser gestanden. „Verheerend“ sehe die Schule aus, fasste es Bildungsstadträtin Cerstin Richter-Kotowski (CDU) zusammen. Die Polizei sagte, es sei ein „Strafermittlungsverfahren wegen gemeinschädlicher Sachbeschädigung eingeleitet“.

Die Schüler wurden nach der dritten Stunde nach Hause geschickt. Der Unterricht muss auch am Montag ausfallen. Die Abiturfeier, die an diesem Freitag in der Aula geplant war, wurde in eine Lankwitzer Kirche verlegt; ein Konzert, das am Montag stattfinden sollte, wurde abgesagt. „Informationen zur Gestaltung des Unterrichts am Dienstag stellen wir Ihnen im Laufe des Montags an dieser Stelle zur Verfügung“, kündigte Schulleiterin Gunilla Neukirchen auf der Homepage an.

„Im Kunstbereich wurden an zwei Waschbecken die Hähne voll aufgedreht und die Abflüsse mit Papiertüchern und einem Frotteehandtuch verstopft“, berichtet die Polizei. Dass es sich dabei um einen bösen Abi-Streich gehandelt haben könnte, hält der langjährige Gesamtelternvertreter Torsten Pinkert für „sehr unwahrscheinlich“. Das Gymnasium mit exzellentem Ruf ist in einem repräsentativen Altbau untergebracht, leidet aber unter einem hohen Sanierungsrückstand: Im neuen Gebäudescan wurden 14 Millionen Euro veranschlagt, um das Gebäude zu modernisieren und zu sanieren. Bislang sind nur 3,2 Millionen Euro bewilligt: Sie sollen ab 2017 in die Sanierung der Fenster und der Elektrik fließen.

Auch im Adventskalender der maroden Schulen kam das Gymnasium vor, nachdem sich schwere Stuckteile vom Dach gelöst hatten. Dieser Vorfall wurde auf frühere Wasserschäden zurückgeführt. Im März fiel Unterricht aus wegen einer defekten Heizung: Ein altes Rohr war marode.

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