Berlin : Verdi ruft zur Urabstimmung bei der BVG

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Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi rüstet sich zum Arbeitskampf bei der BVG und ruft ihre dort beschäftigten Mitglieder zu einer Urabstimmung auf. Mit einem Streik aber will sich die Gewerkschaft noch Zeit lassen. Die Abstimmung soll vom 14. bis zum 16. Juni stattfinden. Vorher sind nach den bisherigen Planungen Verdis keine kurzfristigen Arbeitsniederlegungen geplant.

Einen Termin für den unbefristeten Streik gibt es noch nicht. Wahrscheinlich wird es auch nicht mehr im Juni dazu kommen: Am 23. Juni beginnen die großen Ferien, und ein Arbeitskampf in dieser Zeit macht aus Sicht vieler Gewerkschafter keinen Sinn. Denkbar ist, dass punktuell bestimmte Bus oder Bahnlinien bestreikt werden. Ein Arbeitskampf wird möglich, wenn sich 75 Prozent der bei der BVG beschäftigten Mitglieder dafür aussprechen; 80 Prozent der 12 000 Beschäftigten sind gewerkschaftlich organisiert.

Finanzsenator Thilo Sarrazin (SPD), gleichzeitig Aufsichtsratsvorsitzender der BVG, zeigte für die Verdi-Ankündigung kein Verständnis. Dies führe zu einer „überflüssigen Eskalation“. Für einen Streik gebe es keine Rechtfertigung. Sarrazin drohte, wenn es zu keiner Einigung komme, werde der Austritt aus dem Arbeitgeberverband nötig, um künftige Tarifsteigerungen zu vermeiden. Über einen möglichen Austritt berät der Aufsichtsrat des Unternehmens am 22. Juni.

Bei den Lesern des Tagesspiegels dürfte Verdi nur auf wenig Verständnis stoßen. 68,4 Prozent der Leser, die sich am Sonntag an unserer Pro-&-Contra- Umfrage beteiligten, halten einen Arbeitskampf bei der BVG für unberechtigt. sik

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