• Verein will Wiedereröffnung: Tauben sind die einzigen Gäste. Zehn Jahre gammelt das Lichtenberger Hubertusbad vor sich hin

Berlin : Verein will Wiedereröffnung: Tauben sind die einzigen Gäste. Zehn Jahre gammelt das Lichtenberger Hubertusbad vor sich hin

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Seit zehn Jahren ist das Hubertusbad geschlossen - jetzt will der kürzlich gegründete Verein "Hupe" die Wiedereröffnung erreichen. Die 30 Mitglieder - vorwiegend Lichtenberger, denen das denkmalgeschützte Haus am Herzen liegt, sind nach eigener Aussage schon mit einem Investor und einem Betreiber im Gespräch. Nach den Angaben des Vereinsvorsitzenden Jürgen Hofmann gebe es auch Kontakte zum benachbarten Krankenhaus. Er schätzt, dass rund 40 Millionen Mark nötig wären, um das 1928 errichtete Bad wieder zu nutzen. Wenn der Lichtenberger über das Nutzungskonzept spricht, gerät er ins Schwärmen. So soll man künftig an der Hubertusstraße 47-49 nicht nur planschen, sondern sich rundum verwöhnen lassen. Eine Art Gesundheitshaus ist geplant: mit Saunen, Fitnessangeboten, Solarium, Kosmetik und Sauerstoffbehandlungen. Einen Teil des Gebäudes könnte das Krankenhaus Lichtenberg nutzen und dort physiotherapeutische Behandlungen anbieten. Im Erdgeschoss ist Platz für ein Restaurant.

Noch ist allerdings viel Fantasie nötig. Das Hubertusbad, von den Lichtenbergern "Hupe" genannt, ist in einem erbärmlichen Zustand. Dach und Fenster sind undicht, Tauben nisteten sich ein. Die orange- und türkisfarbenen Kacheln sind mit Kot und geplatzten Eiern übersät. In der kleinen Halle ist seit elf Jahren niemand mehr geschwommen, in der großen seit zehn. Auf Grund des schlechten baulichen Zustandes - die Becken haben Risse und die Stahlkonstruktionen Rost angesetzt - wurde das Bad geschlossen. Eigentümer ist der Bezirk, Verwalter sind die Berliner Bäder Betriebe.

Der "Hupe"-Verein verspricht sich von einem Freizeitkomplex einen Imagegewinn für Lichtenberg. Mit einer Aufräumaktion wollen die Mitglieder am Tag des offenen Denkmals, dem 9. September, ein Zeichen setzen. Auch eine Fotoausstellung und eine Postkartenserie sind in Arbeit. "Sponsoren wie die Hohenschönhausener Wohnungsbaugesellschaft und das Krankenhaus unterstützen uns dabei", freut sich Vereinschef Hofmann. Geplant ist ferner eine Internetseite.

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