Verfolgungsjagd in Moabit : Vom Fahrradsponsor fehlt jede Spur

Beamte nahmen bei einer Verfolgungsjagd in Moabit das Fahrrad eines Passanten an sich - und hoffen nun, dass dieser das Vehikel wieder abholt.

Sophie Krause
Die Berliner Polizei sucht nach dem Besitzer des am Mittwoch geliehenen Fahrrades. Foto: Polizei Berlin / Twitter
Die Berliner Polizei sucht nach dem Besitzer des am Mittwoch geliehenen Fahrrades. Foto: Polizei Berlin / TwitterFoto: Polizei Berlin / Twitter

Die Polizei sucht nach dem Besitzer eines Fahrrades, das sich ein Beamter am Mittwochnachmittag geliehen hatte. Die Beamten beobachteten gegen 17.30 Uhr einen per Haftbefehl gesuchten Drogenhändler in Moabit und verfolgten ihn zu Fuß, um ihn festzunehmen. Als der Mann in Richtung Bundesratufer flüchtete, verschaffte einer der Polizisten sich an der Kreuzung Bundesratufer / Krefelder Straße ein Fahrzeug – „indem er einen Bürger in die Pflicht und dessen Drahtesel an sich nahm“, wie die Polizei auf Twitter schreibt.

Den Verfolgten konnten die beiden Polizeibeamten festnehmen, doch vom Besitzer des Damenrades fehlt nun jede Spur. Auf Twitter teilte die Polizei mit, das Gefährt warte auf dem Abschnitt 33 in der Perleberger Straße darauf, vom „Fahrradsponsor“ abgeholt zu werden. Dieser könne sich als Besitzer beweisen, indem er das Fahrrad kurz beschreibt.

Die ungewöhnliche Maßnahme der Beamten steht in keiner Dienstvorschrift, ist jedoch durch das allgemeine Sicherheits- und Ordnungsgesetz Asog abgedeckt. In dessen Rahmen dürfen Polizisten einen Gegenstand „polizeipflichtig“ machen. Dabei ist es unerheblich, ob die Polizisten sich ein Fahrrad, einen Pkw, einen  Tretroller oder ein Tretboot leihen – etwa um einen flüchtigen Täter aufzuhalten oder einen Schiffbrüchigen aus dem Wasser zu retten. Ähnliche Fälle wie in Moabit sind der Polizeipressestelle jedoch nicht bekannt. Sophie Krause

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