Airport Schönefeld : Am Flughafen entsteht Berlins größtes Gewerbegebiet

Auf dem ehemaligen Baufeld Ost des BBI wurden erste Flächen verkauft. Die britische Segro-Gruppe will insgesamt fast 230 Millionen Euro investieren.

Klaus Kurpjuweit
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Setzt auf die Zukunft: der neue Flughafen BBI. -Foto: ddp

Berlin - Fast 230 Millionen Euro will die britische Segro-Gruppe am Flughafen Schönefeld in Büro-. und Gewerbebauten investieren. Obwohl es noch keinen einzigen Mieter gibt, ist der Deutschland-Geschäftsführer von Segro, Udo Titz, überzeugt: „Dabei kann nichts schiefgehen.“ Baubeginn soll bereits 2009 sein, der neue Flughafen Berlin- Brandenburg International (BBI) öffnet frühestens Anfang November 2011.

Segro hat, wie berichtet, einen Teil des einstigen „Baufeldes Ost“ erworben, das die Flughafengesellschaft Anfang der 90er Jahren zu überhöhten Preisen kaufen ließ. Nachdem die Pläne, dort den Flughafen zu erweitern, aufgegeben worden waren, verloren die für rund 200 Millionen Euro erworbenen Flächen rasant an Wert. Heute weisen sie einen Buchwert von 41 Millionen Euro aus.

Von den 109 Hektar des Baufeldes Ost, das jetzt „BBI Business Park Berlin“ heißt, hat Segro 37,9 Hektar gekauft und für weitere 24 Hektar eine Option abgeschlossen. Zum Kaufpreis gibt es keine Angaben, er sei aber höher als der anteilige Buchwert, sagte gestern Thomas Weyer von der Flughafengesellschaft.

Segro hätte nach Tagesspiegel-Informationen auch eine größere Fläche erworben. Doch dem Vernehmen nach hat sich der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) im Aufsichtsrat der Flughafengesellschaft gegen einen Komplettverkauf ausgesprochen. Wowereit ist Vorsitzender des Gremiums. Und er glaubt, dass BBI erfolgreich wird. Dann ließe sich später ein höherer Verkaufspreis für die anderen Flächen erzielen, für die Segro ein Vorkaufsrecht haben soll.

Der Verkauf der ersten Grundstücke habe eine Schlüsselfunktion für die weitere Entwicklung des Gebietes, sagte gestern auch Wirtschaftssenator Harald Wolf (Linke). Berlin sei zwar derzeit wirtschaftlich nicht besonders stark, biete aber mit die besten Chancen in Europa, begründete Segro-Direktor Walter Hens das Engagement in Schönefeld.

Segro hat sich darauf spezialisiert, Gewerbegebiete vor allem in der Nähe von Flughäfen zu entwickeln. Der Business Park ist das größte zusammenhängende Gewerbegebiet der Hauptstadt und liegt komplett auf Berliner Boden.

Entstehen sollen drei Bereiche – für Logistik, für Gewerbe und für Bürobauten. Zu Beginn baue Segro auf Vorrat, später seien aber auch „maßgeschneiderte Lösungen“ für Mieter möglich, sagte Titz. Fertige Bauten ermöglichten auch einen kurzfristigen Einzug von Mietern, was heute häufig gewünscht werde. Allein für die Gebäude wolle Segro rund 120 Millionen Euro investieren.

Vorgesehen seien maximal viergeschossige Bauten. Auch die Flughafengesellschaft will nicht viel höher hinaus und sich in ihrem Bereich auf fünf Geschosse beschränken, wie Weyer sagte.

Der Business Park erhält einen direkten Zugang zum Vorfeld des Flughafens. Den Bau der Straßen und Versorgungsanlagen im Gewerbepark übernimmt die Flughafengesellschaft. Diese Arbeiten sollen Mitte 2008 beginnen.

Flughafenchef Rainer Schwarz ist überzeugt, dass es rings um den Flughafen einmal rund 40 000 Arbeitsplätze geben werde. Etwa 2000 seien in der ersten Segro-Stufe vorgesehen, sagte Titz.

Weitere Geschäfte, Restaurants, Konferenzentren und Parkhäuser plant die Flughafengesellschaft in der „Airport- City“, die direkt vor dem Terminal entstehen soll. Hier gibt es noch keine Verträge.

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