Flughafen Tempelhof : Der Traum vom Fliegen soll bleiben

Am Flughafen Tempelhof soll ein Museum für Luft- und Raumfahrt entstehen. Mögliche Exponate sind schon in den Hangars.

Rainer W. During
Historische Flieger
Historische Flieger. Exponat aus dem Technikmuseum in Kreuzberg, hier in einer Außenstelle in Reinickendorf.Foto: Thilo Rückeis

Auch nach der geplanten Schließung des Flughafens Tempelhof muss der Traum vom Fliegen an dem geschichtsträchtigen Ort kein Ende haben. Teile des Airports könnten als Luftfahrtmuseum genutzt werden. Zugleich könnte ein Schaufenster der deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie entstehen. Diesen Vorschlag des Deutschen Technikmuseums hat jetzt auch der Branchenverband Berlin Brandenburg Aerospace Alliance (BBAA) aufgegriffen.

Holger Steinle, Vizechef des Museums und Leiter der Luftfahrtabteilung, verweist darauf, dass die 2005 im Neubau an der Trebbiner Straße eröffnete Ausstellung mit der Luftbrücke endet. Für eine Darstellung des Neubeginns der Flugzeugindustrie in beiden Teilen Deutschlands und der Entwicklung bis in die heutige Zeit reicht der Platz dort nicht mehr aus. Der Zentralflughafen wäre für Steinle die ideale Kulisse für eine solche Ergänzungsschau. Erste Exponate sind bereits vorhanden und werden teilweise in einem der Hangars gelagert. Zu den bereits vorhandenen Maschinen gehört eine zweimotorige, russische Iljushin IL-14. Für die Restaurierung des ersten von der DDR-Lufthansa eingesetzten Modells, das in Dresden in Lizenz gebaut wurde, hat sich bereits eine Gruppe ehemaliger Interflug-Mechaniker zusammengefunden. Auch eine Dornier Do 27 und ein in Hamburg gebauter Geschäftsreisejet vom Typ HFB 320 gehören bereits zum Fundus des Museums.

„Ein Luftfahrtmuseum am Flughafen Tempelhof wäre für die deutsche Hauptstadt sicher eine der großen Attraktionen und förderlich für den Tourismus in der Stadt“, sagt Andreas Kaden, Präsident der BBAA. Der regionale Wirtschafts- und Interessenverband vertritt rund 80 Unternehmen und Forschungseinrichtungen aus dem Bereich der Luft- und Raumfahrt. Kaden ist überzeugt, dass ein solches Museum auch dem symbolträchtigen Ort des Berliner Luftverkehrs entsprechen würde.

Beide Initiatoren denken an eine Kombination aus Museum und Leistungsschau der Branche. Vorstellbar sei eine industriell getragene Stiftung, die gemeinsam mit der öffentlichen Hand die notwendigen Investitionen und Umbauten verantwortet, so Kaden. Hier sollte die zivile und die militärische Entwicklung seit der Luftbrückenzeit „umfassend und eindrucksvoll“ dargestellt werden. Holger Steinle denkt an eine Ausstellung, in der auch die Zukunftsmöglichkeiten der Luft- und Raumfahrt dargestellt werden.

Gedacht ist das Museum nicht zuletzt als Aushängeschild für den Luft- und Raumfahrtstandort Berlin-Brandenburg. Mit den Triebwerksherstellern Rolls- Royce und MTU, der Lufthansa sowie einem weiten Netzwerk von Forschungseinrichtungen, Hochschulen und hoch spezialisierten, kleinen und mittelständischen Unternehmen sei die Branche ein Wirtschaftsmotor in der Region, betonte Kaden. Angesichts des zunehmenden Bedarfs an Fach- und Führungskräften wäre es zudem geeignet, junge Menschen dafür zu interessieren, einen Berufsweg in dieser Branche zu wählen.

Franziska Eichstädt-Bohlig, Fraktionschefin der Grünen im Abgeordnetenhaus, hält es in der gegenwärtigen Nachnutzungsdiskussion für richtig, „die Geschichte des Ortes zugänglich und kenntlich zu machen“. Rainer W. During

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