Live-Blog zum Nachlesen : Stromausfall bei der S-Bahn: So verlief der Chaos-Tag
15.12.2011 22:21 UhrVerkehrssenator Müller fordert von Personal Information statt Kontrolle
14:04: Verkehrssenator Michael Müller (SPD) meldet sich zu Wort. Dem Tagesspiegel sagt er: "Ich hoffe, dass die S-Bahn ihr technisches Problem heute noch und so schnell wie möglich in den Griff bekommt. Dass die gesamten Züge der S-Bahn durch einen einzigen Stellwerkdefekt ausfallen, ist kaum vorstellbar. Das wichtigste ist jetzt, dass gerade in den Stadtrandbereichen ein Ersatzverkehr von der DB organisiert wird und die Fahrgäste nicht bei dieser Kälte an den Haltestellen stehen bleiben müssen. Ich weiß, dass die BVG ihr möglichstes tut und jedes Fahrzeug auf die Strecke bringt. Die U-Bahnen fahren mit der größtmöglichen Fahrzeuglänge und das Kontrollpersonal informiert, statt zu kontrollieren." Und weiter: "Ich habe mit der Geschäftsführung der S-Bahn gesprochen und sie aufgefordert, sich vor allem um die Kundeninformation und den Ersatzverkehr zu kümmern. Staatssekretär Christian Gaebler macht sich Vorort ein Bild von der Situation."
13:55: Am Hauptbahnhof sind die Bahnsteige fast leer. Immer wieder fahren Unwissende zur S-Bahn hoch, die nicht unten von den drei Fahrgastbetreuern abgefangen werden. Fahrkarten könnten eingereicht werden, sagt eine Servicemitarbeiterin im S-Bahn Kundeservice. Die Schlange dort ist kurz. Die Mitarbeiter drucken den Reisenden alternative Fahrmöglichkeiten aus. Ein Berliner Pärchen, Laura und Philipp S., das nach Schlachtensee will - muss jetzt zwei Busse nehmen und braucht für die Fahrt nach Hause etwa zwei Stunden. Die meisten befolgen den Rat der drei Fahrgastmitarbeiter, die Busse zu nutzen. Umherirrende vor dem Bahnhof, die ihren Bus suchen. An den Haltestellen staut es sich - die Busse übervoll.
13:52: Auch sonst ist es mit der Informationspolitik schwierig. Denn die gesamte Bahn-Pressestelle Berlin-Brandenburg ist auf Adventsfeier. Allerdings haben sie nicht auf die S-Bahn gebaut, sondern sie waren erst mit dem Bus unterwegs und wollten die Rückfahrt mit einem von einer Dampflokomotive gezogenen Sonderzug absolvieren.
13:51: Jetzt wird es noch besser: Der Wachschutz schickt Reporter des Tagesspiegels von den Bahnsteigen mit der Begründung "Sie haben keine Befragungsgenehmigung für den Bahnhof". Wir bleiben dran.
13:47: In Wannsee sind ebenfalls zahlreiche Fahrgäste gestrandet. Da seit dem vergangenen Sonntag zwischen Charlottenburg und Wannsee der Regionalverkehr wegen Bauarbeiten eingestellt ist, muss hier die S-Bahn den gesamten Verkehr auf der Schiene übernehmen. Einige sind zu Fuß weitergezogen und haben versucht, ein Taxi zu ergattern.
13:45: Der Betrieb konnte auf einzelnen Abschnitten unregelmäßig wieder aufgenommen werden. Dies gilt für die Strecken: Hennigsdorf - Alt-Reinickendorf (S25),
Oranienburg - Hohen Neuendorf (S1), Birkenwerder - Blankenburg (S8), Bernau - Blankenburg (S2), Attilastraße - Blankenfelde (S2), Warschauer Straße - Wartenberg/Ahrensfelde /Strausberg Nord (S75 / S7 / S5) und Ostkreuz - Erkner (S3).
13:41: Noch immer ist die Ursache unklar. Nach ersten Erkenntnissen haben alle Rückfallebenen, die einen Stromausfall überbrücken sollen, versagt. Angaben, wonach es bereits in den vergangenen Tagen Störungen im Stellwerksbereich gegeben habe, sind bisher nicht bestätigt worden.
13:40: Zum Teil, etwa in Wannsee, haben Mitarbeiter Weichen von Hand gestellt, damit die Züge wenigstens bis in die Bahnhöfe fahren konnten. Der Fahrstrom in den Stromschienen fließt weiter. In der Zentrale weiß man aber nicht, wo die Züge stecken, weil die Anzeigen dafür ausgefallen sind. Deshalb muss jetzt alles "von Hand" geregelt werden.
13:38: Die BVG setzt nach Angaben ihrer Sprecherin Petra Reetz "alles ein, was fahren kann". Mitarbeiter würden zu Umsteigestationen geschickt, um die Fahrgäste dort informieren zu können. Auch die Fahrscheinkontrollen seien deshalb eingestellt worden.
13:36: Auch die Bahnbediensteten sind frustriert. Namentlich wollen sie sich nicht zitieren lassen aber ein Bahnmitarbeiter am Ostkreuz sagt: "Bis es weiter geht, kann es dauern, wenn das Herz des Systems betroffen ist. Und das passiert eben, wenn man alles zentralisiert." Ein Lokführer sagt: "Seit die neue Geschäftsführung 2007 dabei ist, geht es hier den Bach runter. Man kann das den Kunden nicht mehr verkaufen. Jetzt soll sich Bahn-Chef Grube mal äußern."
13:35: Viele Passanten sind frustriert. "Das ist mal wieder saumäßig und typisch", schimpft Guido Pargel am Ostkreuz.
13:33: Bahnhof Zoo: Die Bahnsteige bei der S-Bahn leeren sich. Hier geht nichts mehr. Dafür drängen sich die Menschenmassen an der U-Bahn. Diese sind voll.
13:21: Die Bahn beginnt damit, Menschen aus Zügen im Tunnel zu evakuieren. Am Alexanderplatz werden die Menschen von der Strecke evakuiert. Fahrgäste sollen über die Notausstiege ins Freie gekommen sein.
13:20: Am Ostkreuz geht auch gar nichts mehr. Die Menschen versuchen weiter zu kommen. Aber es ist schwierig. Einige sind vom Treptower Park zum Ostkreuz gelaufen. Dort ist die Situation ähnlich schwierig. Unsere Reporter sind unterwegs und berichten. So sind die Busse am Treptower Park allerdings völlig überfüllt. Viele versuchen zu Fuß voran zu kommen.
13:19: Derzeit ist unklar, wann der Betrieb wieder aufgenommen werden kann. Fahrgäste auf den Bahnsteigen erhalten über Lautsprecherdurchsagen lediglich den Hinweis, dass der Betrieb auf unbestimmte Zeit unterbrochen sei. Nach ersten Informationen soll das elektronische Stellwerk in Halensee, von dem aus fast alle Weichen und Signale des gesamten Netzes gesteuert werden, ausgefallen sein. Die Ursache ist unklar. Ob es erneut einen Anschlag gegeben hat, kann derzeit nicht gesagt werden. Auch über Funk sind die Fahrer im Augenblick nach Tagesspiegel-Informationen nicht zu erreichen. Sie verständigen sich per Handy.
Betroffen ist auch der Fern- und Regionalverkehr. Es kommt zu massiven Verspätungen in der gesamten Region.
13:10: Die Homepage der S-Bahn-Berlin ist derzeit ebenfalls nicht erreichbar.















