Moabit : Putlitzbrücke: Reparieren reicht aus

Nach einem Brand muss die Moabiter Putlitzbrücke doch nicht abgerissen werden. Über die Brücke fahren täglich rund 45.000 Autos.

Klaus Kurpjuweit

Berlin – Die Putlitzbrücke in Moabit, die beim Brand eines unter ihr stehenden Lieferwagens Ende August 2008 schwer beschädigt worden war und seither auf einer Fahrspur gesperrt ist, wird Mitte November repariert. Dabei wird nach Angaben der Sprecherin der Stadtentwicklungsverwaltung, Petra Rohland, die östliche Brückenhälfte voll gesperrt und der Verkehr jeweils einspurig über den westlichen Bereich geführt. Über die Brücke fahren täglich rund 45.000 Autos. Die Arbeiten sollen etwa zwei Wochen dauern. Angaben zu den Kosten gibt es noch nicht. Wer für sie aufkommen muss, konnte Rohland noch nicht sagen.

Das Feuer war so heftig, dass sich die Stahlteile der Brücke verformt hatten. Experten zweifelten deshalb an der weiteren Tragfähigkeit des Bauwerks. Deshalb wurden aufwändige Untersuchungen veranlasst, die erst jetzt abgeschlossen werden konnten. Unter anderem habe man im Labor Brandmodelle geprüft; auch Stahlproben habe es gegeben. Dabei habe sich herausgestellt, dass einzelne Teile der Brücke verstärkt oder ausgewechselt werden müssten. Eine akute Gefahr bestehe aber nicht. Ursprünglich war nicht ausgeschlossen worden, dass der östliche Teil der Brücke abgerissen und neu gebaut werden muss.

Das Feuer war in einem Lieferwagen ausgebrochen, der auf der unter der Putlitzbrücke verlaufenden Quitzowstraße unterwegs war. Nach einem Knall hatte der Fahrer unter der Brücke angehalten. Da loderten bereits die Flammen; das Feuer sprang auf ein weiteres Auto über. Herabtropfende Kunststoffteile von verschmorten Kabeln unter der Brücke beschädigten ein weiteres Fahrzeug. Erst nach rund einer halben Stunde waren die Brände gelöscht.

Ausgelöst wurde das Feuer im Transporter wahrscheinlich durch einen technischen Defekt. Da zunächst eine Brandstiftung nicht ausgeschlossen wurde, ermittelte nach dem Vorfall zunächst auch der polizeiliche Staatsschutz. Der Verdacht bestätigte sich aber nicht.

Die Putlitzbrücke überquert die Quitzowstraße sowie Gleise der Fern- und S-Bahn. Sie war 1977 erneuert worden. Seit 1987 erinnert dort am Geländer ein Mahnmal an die Deportation jüdischer Bürger von 1941 bis 1944 in Vernichtungslager.

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