Nachnutzung : Die Letzten passen aufs Licht auf

Auch nach der Schließung des Flughafens Tempelhof kümmern sich noch 38 Mitarbeiter um das Gebäude. Pro Monat muss für den Unterhalt des Flughafens fast eine Million Euro hingeblättert werden.

Klaus Kurpjuweit

Der Flughafen ist ab Freitag zu – aber für 38 Mitarbeiter der Flughafengesellschaft geht die Arbeit in Tempelhof weiter. Sie kümmern sich darum, dass die nun leer stehenden Räume nicht verrotten. Der Bund und Berlin überweisen dafür nach Angaben des Bundesfinanzministeriums 990 000 Euro an die Flughafengesellschaft – monatlich. Diese hat für die weitere Unterhaltung der Anlage mit der Facility Management Tempelhof eine Tochtergesellschaft mit den genannten 38 Mitarbeitern gegründet.

Die laufen jetzt durch die verlassenen Räume und sollen kleinere Schäden beseitigen. Nach Angaben von Flughafensprecher Eberhard Elie sind die Mitarbeiter zum großen Teil ausgebildete Handwerker. Eine der wichtigsten Aufgaben ist die Wartung der Heizung. Sie müsse weiterlaufen, aber mit gedrosselten Temperaturen, sagte Elie. Auch die Telefonanlagen sollen in Betrieb bleiben und müssen deshalb weiter gewartet werden. Weil auch nicht einfach die Wasserversorgung abgedreht werden kann, ist es zudem nötig, die Sanitäranlagen funktionsfähig zu erhalten. Außerdem kümmern sich die Mitarbeiter um den Objektschutz der Anlage und organisieren den Winterdienst sowie die Pflege der Freiflächen. Und sie führen weiter Besuchergruppen durch das Gebäude.

Für den Brandschutz sind weitere neun Feuerwehrleute zuständig, die vorher bei der Flughafenfeuerwehr beschäftigt waren. Würden sie komplett abgezogen, müssten baulich mehrere Millionen Euro für die Feuersicherheit investiert werden, hat das Architekturbüro Arnold und Gladisch schon vor Jahren ermittelt.

Durch die Aufgabe des Flugbetriebs spart die Flughafengesellschaft jetzt unter anderem die Betriebskosten, was ihre Bilanz jährlich um etwa zehn Millionen Euro entlasten soll. Dies verbessere die Position bei den Kreditverhandlungen mit den Banken, die für den Ausbau in Schönefeld erforderlich sind, heißt es bei der Flughafengesellschaft.

Die Kosten für Tempelhof teilen sich der Bund und Berlin aber nur vorläufig gemäß ihren Anteilen an der Anlage. Dem Bund gehören 83 Prozent der Gebäude- und 52,56 Prozent der Freiflächen. Diese Anteile will Berlin übernehmen. Dies hatten beide Seiten im vergangenen Jahr vereinbart, nachdem der Senat das Angebot von Kanzleramtsminister Thomas de Maizière abgelehnt hatte, den Verlust der Flughafengesellschaft aus dem Bundeshaushalt zu decken. Einen Beschluss des Bundestages gab es dazu allerdings nicht. Das Wertgutachten für den Kaufpreis soll im November vorliegen. Nach Abschluss des Kaufvertrages muss Berlin die Kosten für Tempelhof allein aufbringen.

Das Tochterunternehmen der Flughafengesellschaft hat den Auftrag zur Unterhaltung allerdings nur vorläufig erhalten, weil er europaweit ausgeschrieben werden muss. Sollte die Flughafentochter den Auftrag verlieren, würden die Mitarbeiter zum Konzern zurückkehren.

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