Nachnutzung : Vorschlag: Tempelhof als Rotlichtviertel

Wohninseln mit viel Grün, eine Filmstadt und ein Vergnügungsviertel: Die erste Ideensammlung zur Nachnutzung des ehemaligen Flughafens Tempelhof ist komplett.

Matthias Oloew
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Idee 2: Statt zusammenhängender Wohnquartiere gibt es Wohninseln mit viel Grün. -Grafik: Senatsverwaltung

61 Ideen für die Nutzung des ehemaligen Flughafens Tempelhof sind bei der Stadtentwicklungsverwaltung eingegangen. Senatsbaudirektorin Regula Lüscher erklärte, die Behörde werde nun die Vorschläge genauer beurteilen und dann Beratungen aufnehmen, wie diese umgesetzt werden können. Da die Ideen im Rahmen des sogenannten Call for Ideas anonym abgegeben wurden, nannte Lüscher die Namen der Teilnehmer am Montag nicht. Nur so viel: Auch die Filmstudios Babelsberg mit ihrem Vorschlag, einen „Filmhafen Tempelhof“ einzurichten, sind darunter. Wann und ob das Flugfeld geöffnet wird und wann die ersten Nutzer in das Terminalgebäude einziehen, konnte Lüscher nicht machen.

Am heutigen Dienstag öffnet für drei Tage eine Ausstellung zur Geschichte und Zukunft des Flugfeldes und zu den Ergebnissen der ersten Stufe des Ideenwettbewerbs für das Columbia-Quartier und seine Umgebung. Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit sagte bei der Eröffnung: „Die Ergebnisse zeigen, welche Chancen Berlin in Tempelhof hat.“ Nach den Plänen des Senats soll entlang des Columbiadamms das erste Baufeld ausgewiesen werden. Wie dieses gestaltet werden könnte, war Gegenstand des Wettbewerbs, an dem sich 80 Büros beteiligten. Zunächst hat die Jury zwölf Arbeiten ausgewählt, die für die zweite Stufe konkret ausgearbeitet werden sollen. Im Mai will das Preisgericht seine endgültige Bewertung abgeben.

Vorgeschlagen wird zum Beispiel die Einbindung des Baufeldes in eine Parklandschaft, die aus der Hasenheide und dem ehemaligen Flugfeld entstehen könnte. Ein Grünbrücke über den Columbiadamm könnte die Parks verbinden. Andere schlagen vor, die Durchgangsstraße schmaler zu machen und durch klassische Baufelder in Blockrandstruktur zu begrenzen. Aus dem Rahmen fällt der Vorschlag, den Columbiadamm zu einem Vergnügungsviertel zu machen. Rund um die Moschee entstünde unter anderem ein Rotlichtquartier, ergänzt durch eine Chinatown und Klein-Venedig mit Eiscafés und Pizza-Restaurants.

Noch in diesem Jahr soll ein Wettbewerb für die Gestaltung der Freiflächen gestartet werden. Die Ergebnisse könnten 2010 vorliegen. Matthias Oloew

Die Ausstellung ist bis Donnerstag von 10 bis 18 Uhr in der Haupthalle zu sehen. Am Donnerstag um 18 Uhr diskutiert Senatsbaudirektorin Regula Lüscher öffentlich die Ergebnisse des Wettbewerbs.

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