Online-Dialog : Familien wollen mehr Sicherheit im Straßenverkehr

Im Berliner Straßenverkehr läuft vieles verkehrt – dieser Meinung sind zumindest Mütter und Väter. Die Teilnehmer eines Online-Dialogs fordern schärfere Kontrollen von Tempolimits.

Beim Online-Dialog „Zusammenleben in Berlin“ gingen zahlreiche Beiträge ein. Vier Wochen lang haben Eltern auf Einladung des Familienbeirats im Netz diskutiert, wie der Verkehr familienfreundlicher geregelt werden kann. Die Hauptanliegen: Veränderungen in der Ampelschaltung, schärfere Kontrollen von Tempolimits und weniger Autos in Wohngegenden.

Häufig würden abbiegende Fahrzeuge Kinder auf ihrem Schulweg gefährden, klagen einige Teilnehmer. Bei der Überquerung der Bornholmer Straße etwa oder auch an der Ecke Gleimstraße und Ystader Straße in Prenzlauer Berg sei das der Fall. Andernorts seien die Grünphasen für Fußgänger so kurz, dass Autos schon anfahren, wenn sich noch Menschen auf der Straße befinden – am Tempelhofer Ufer zum Beispiel und in der Schöneberger Yorckstraße.

Besonders verärgert zeigen sich die Diskutanten darüber, dass Geschwindigkeitsbegrenzungen an vielen Stellen überschritten würden. An die Tempo- 30-Zone in der Augustastraße halte sich so gut wie niemand, schreibt „Viktoria“ aus Steglitz. Auch in Spielstraßen werde oftmals gerast, ergänzt „Johanna“, die in Mitte wohnt. Sie beobachte das immer wieder vor der Grundschule am Arkonaplatz. Selbst Eltern bretterten dort mitunter sehr eilig über den Asphalt.

Ärgerlich finden etliche Eltern zudem die Verkehrssituation rund um einige Spielplätze. Er schicke sein Kind nicht alleine los, schreibt ein Zehlendorfer, weil der Spielplatz zu Fuß kaum erreichbar sei: „Die Straße ist zweispurig und dank Kurve auch uneinsichtig.“ Ampel oder Zebrastreifen gebe es nicht.

Großen Nachbesserungsbedarf gibt es aus Sicht mehrerer Mütter ebenfalls an U- und S-Bahnhöfen: Die wenigen barrierefreien Zugänge etwa sind ein großer Kritikpunkt im Chat. Es gebe kaum Fahrstühle, auf den Rolltreppen jedoch seien Kinderwagen verboten. Wer nicht schleppen könne, müsse notgedrungen auf ein Taxi ausweichen.

Von parkenden Autos behindert fühlen sich auch die Radfahrer unter den Forumsmitgliedern. Sie beklagen einen generellen Mangel an Akzeptanz. In Städten wie Kopenhagen und Amsterdam gebe es ein gleichberechtigtes Miteinander – in Berlin hingegen seien unachtsame Autofahrer eine allgegenwärtige Bedrohung, die Radwege meist schmal und uneben. Noch dazu verlören sie sich häufig im Nichts.

Anders verhält es sich glücklicherweise mit den im Forum geäußerten Wünschen und Anregungen. Die verpuffen nicht im Nichts – sondern fließen in den Familienbericht des Beirats ein, der im Herbst dem Senat übergeben werden soll. mch

Mehr Informationen unter

www.zusammenleben-in-berlin.de

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