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S-Bahn-Störung : Tumultstimmung am Priesterweg

Erneut kam es am Mittwochmorgen zu Störungen im S-Bahnverkehr. Vom Priesterweg pendelten die Züge. Reisende beklagten mangelnde Kommunikation - und gerieten untereinander in Streit.

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Die S-Bahn fährt regelmäßig unregelmäßig.
Die S-Bahn fährt regelmäßig unregelmäßig.Foto: dpa

Auf längere Wartezeiten mussten sich S-Bahnfahrer am Mittwoch am Priesterweg einstellen. Wegen einer Weichenstörung pendelten die Züge von dort aus Richtung Süden nach Blankenfelde und Richtung Norden nach Bernau.

Bis nach 9 Uhr kam es zu Störungen und Irritationen, was vor allem an mangelnder Kommunikation lag. So erfuhren Reisende Richtung Norden in der Bahn, dass sie am Priesterweg aussteigen und vom anderen Bahnsteig aus weiterfahren sollten. Doch am anderen Bahnsteig wurden nur Züge in Richtung Süden angekündigt.

Bahnmitarbeiter waren nirgends zu sehen, erst als ein Reisender vor dem Gebäude der Aufsicht brüllte: "Kommen Sie heraus, hier sind die Leute, die Sie bezahlen - die wollen Informationen" ließ sich eine Mitarbeiterin blicken. Sie erklärte dem Mann, sie wisse leider auch nicht viel, aber der nächste Zug fahre nach Norden. Der Mann schimpfte weiter und wurde von einem anderen Reisenden zur Sachlichkeit ermahnt. Daraufhin brüllte er: "Sie sind ja vielleicht Hartz-IV-Empfänger, aber ich muss zur Arbeit!" Bevor die Situation eskalieren konnte, kam glücklicherweise die S-Bahn.

Auf drei S-Bahn-Linien fahren die Züge wegen des weiter andauernden Personalmangels nur unregelmäßig. Die Linie S25 fährt zwischen Teltow Stadt und Schönholz nur im 20-Minuten-Takt. Die S47 fährt nur verkürzt zwischen Spindlersfeld und Schöneweide. Die Linie S5 fährt nur im Zehn-Minuten-Takt.

Schon am Montag hatte es Störungen auf der S2 gegeben. Wegen eines Stellwerkschadens fuhr auf der Strecke etwa eineinhalb Stunden kein Zug. Bis zum Frühjahr will die S-Bahn ihr Personalproblem gelöst haben. Nach Auskunft der Bahn lernen im Februar 13 Fahrer aus. Im April sollen weitere 27 folgen, im Juli und August noch einmal je 15.

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