Schönefeld : 8000 Lärmschutz-Anträge zum Flughafen BBI

Bisher ist nur der Bereich für den Tagesbetrieb festgelegt, eine Nachtflugregelung steht noch aus.

Klaus Kurpjuweit
296080_3_xio-fcmsimage-20090823221237-006000-4a91a2b54bf1b.heprodimagesfotos831200908242bb1.jpg
Krach im Anflug. Für Anwohner gibt es ein Lärmschutzprogramm. -Foto: M. Urban/ddp

Schönefeld - Rings um den künftigen Flughafen Berlin-Brandenburg International (BBI) in Schönefeld haben bereits mehrere tausend Anwohner Lärmschutz beantragt. Nach Angaben der Senatskanzlei in Berlin sind bisher 6000 Anträge gestellt worden, das Wirtschaftsministerium in Brandenburg hat bereits 8000 Anträge gezählt. Das Programm war Ende Mai für öffentliche Gebäude und Anfang Juni für privat genutzte Häuser gestartet worden. Für den Lärmschutz sind derzeit 140 Millionen Euro vorgesehen.

Konkret geplant werden kann der Einbau zum Beispiel von Schallschutzfenstern derzeit aber nur für das ausgewiesene Schutzgebiet für die Zeit von 6 Uhr bis 22 Uhr. Der größere Schutzbereich für die Nacht ist bisher nicht festgelegt, weil noch offen ist, mit welchem Lärm hier zu rechnen ist. Derzeit läuft das Verfahren, in dem die zulässige Zahl der Starts und Landungen vorgegeben wird. Es war notwendig geworden, weil das Bundesverwaltungsgericht 2006 die beantragte Nachtflugregelung im Genehmigungsverfahren gekippt hatte.

Vorgesehen war ein 24-Stunden-Betrieb, wie er derzeit in Schönefeld noch möglich ist. Die Richter haben aber für die Zeit von 0 Uhr bis 5 Uhr ein Nachtflugverbot vorgeschrieben. Für die „Randzeiten“ von 22 Uhr bis 0 Uhr und von 5 Uhr bis 6 Uhr sollen nur Flüge zugelassen werden, die sich „aus nachvollziehbaren Gründen nicht innerhalb des Tagzeitraumes abwickeln lassen“.

Die Planer haben hier einen Bedarf von bis zu 113 Flügen ermittelt; zum größten Teil für die Zeit zwischen 22 Uhr und 23 Uhr. Wie viele Starts und Landungen zugelassen werden, entscheidet demnächst das Brandenburger Infrastrukturministerium. Dagegen können Anwohner wiederum klagen.

Am Flughafen Frankfurt/Main hat der Hessische Verwaltungsgerichtshof in der vergangenen Woche den Antrag auf 150 Flüge in den „Randzeiten“ gekippt, weil die Zahl auf den Jahresdurchschnitt bezogen war. Durch Verlagerungen hätte es deshalb zu besonders nachteiligen Bündelungen von Flügen in einzelnen Nächten kommen können. Um in Frankfurt die vierte Landebahn bauen zu können, müssen die Nachtflüge neu geregelt werden.

Wirtschaftsminister Ulrich Junghanns (CDU) erwartet, dass allein in Blankenfelde-Mahlow, das in der Flugschneise liegt, rund 6700 Anträge auf Lärmschutz gestellt werden. In Schönefeld selbst sei mit 760 zu rechnen.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben