Stimmen zum S-Bahn-Chaos : "Da hilft nur noch wegziehen"

Die Berliner sind genervt, Touristen zeigen Geduld. Das S-Bahn-Chaos stößt bei vielen Betroffenen auf Unverständnis. Was haben Sie im Chaos erlebt?

Tina Gebler
S_Bahn
Auch am Mittwoch steht nur ein Viertel der regulären S-Bahn-Züge zur Verfügung. -Foto: ddp


Anna Tomaka (50), Sachbearbeiterin



„Das gibt es nur in Berlin. Ich habe 25 Jahre in Bonn gewohnt, da herrschen wenigstens noch normale, geregelte Verhältnisse. Jetzt muss ich hier noch zehn Jahre bis zu meiner Pensionierung ausharren. Die S-Bahn ist so eine Chaotenbande. Man sollte die Verantwortlichen sofort feuern. Die haben doch keine Ahnung, die fahren ja nicht mit der S-Bahn. Ich habe gleich einen Termin in Spandau, den ich sicher nicht mehr schaffe. Ob es Möglichkeiten gibt, dem Chaos zu entgehen? Na klar, wegziehen!“

Fritz Reichert (80), Rentner

„Oh, dass hier nichts fährt, ist mir noch gar nicht aufgefallen. Stimmt, auf diesem Gleis passiert ja gar nichts. Ich bin nur drei Tage zu Besuch in Berlin und überlasse die ganze Planung meinem Enkel. Aber im Gegensatz zu meiner Heimatstadt Frankfurt am Main scheint mir der Verkehr hier gut geregelt. Das liegt aber wohl daran, dass ich nicht darauf angewiesen bin.“

Christophe Gainon (44), Geschäftsführer

„Ich bin nur ein paar Tage in Berlin, komme wie jedes Jahr zur IFA. Deswegen belastet mich das kaum. Aber solche Ausfälle scheinen ja öfter vorzukommen, nicht? Ich kann nur sagen, dass ich zufrieden bin. Die Organisation der S-Bahn ist nicht schlecht. Ich wurde gut und freundlich beraten. Und wenn ich mich in diesem Plan hier nun auch noch zurecht finde, dann komme ich sicher noch an. Obwohl, warten wir erstmal ab, ob mein Zug gleich pünktlich kommt. Vielleicht sage ich in drei Minuten das genaue Gegenteil.“

Sebastian Pastor (24), Webdesigner

„Ich fahre normalerweise nicht S-Bahn. Daher bin ich von der heutigen Misere zum Glück kaum betroffen. Aber das Chaos wirkt sich natürlich auch auf die Regionalzüge aus. Sie sind voller, kommen öfter zu spät. Und deswegen sind die Leute viel angespannter. Gerade für alte Menschen, die keinen Platz mehr kriegen, ist das anstrengend. Um das zu umgehen, könnte man Mitfahrgelegenheiten in der Firma bilden. Oder bei gutem Wetter mit dem Rad fahren. Wenn man Zeit und Geduld hat, kann man auch die U-Bahn nehmen...“

Jacqueline Kurzer (21), Bürokauffrau

„Dieses Chaos ist total nervig. Man muss auf jede Bahn tausend Jahre warten. Wenn die Züge dann kommen, halten sie oft ewig an, weil sie auf verspäteten Anschlussverkehr warten. Autofahren lohnt sich für mich nicht. Ich muss jeden Tag von Königs Wusterhausen nach Berlin, das wäre zu teuer. Da ist eine Monatskarte billiger. Mit dem Rad kann ich auch nicht fahren. Die Strecke ist viel zu lang.“

Sandra Gerstenberger (16), Schülerin

„Ich vertraue nicht mehr auf die S-Bahn. Klar, ich kann auch mit dem Bus und der normalen Bahn fahren. Aber meistens nehme ich dadurch auch krasse Umwege in Kauf und bin stundenlang unterwegs. Vielleicht sollten sie die Züge öfter kontrollieren, damit nicht immer der gesamte Verkehr lahmliegt.“

Und was haben Sie im Berliner Verkehrschaos erlebt? Bitte schreiben Sie Ihren Kommentar unter diesen Beitrag.


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