ZOFF VOR GERICHT : Die BVG streitet um 80 Millionen – in London

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In der neuen BVG-Zentrale bereiten sich die Juristen vor. Foto: Mike Wolff

GEGNER IST EINE US-BANK



Der Streit zwischen der BVG und der US-Bank JP Morgan um hochspekulative Finanzgeschäfte geht in Großbritannien vor Gericht. Ein Richter am Royal Court of Justice habe jetzt festgestellt, dass der Rechtsstreit zwischen dem Verkehrsunternehmen und der Bank um zunächst 112 Millionen US-Dollar (rund 80 Millionen Euro) in London und nicht – wie von der BVG gewünscht – in Deutschland ausgetragen werden soll, teilte die BVG mit. Allerdings habe der Richter eine Berufung zugelassen, weil es möglich sei, dass er sich bei der Beurteilung irre. Bis zu einer möglichen Berufung sei das Verfahren ausgesetzt.

RISKANTE WERTPAPIERDEALS

Die Bank fordert die Summe von der BVG als Ausgleich für Verluste aus riskanten Wertpapiergeschäften, die der BVG-Vorstand 2007 auf ihr Anraten hin getätigt hatte. Die Berliner Verkehrsbetriebe hatten im Juli 2007 von JP Morgan ein sogenanntes CDO-Paket (Collateralized Debt Obligation) mit einem Volumen von 157 Millionen Euro übernommen, um Verluste aus früheren US-Leasinggeschäften zu kompensieren. In denen habe die BVG Hunderte Waggons an US-Investoren verkauft und zurückgemietet. Aus dieser Spekulation habe die BVG einen Sondergewinn von 5,6 Millionen Euro erzielen und eine Kreditversicherung für neue Risiken aus den Leasinggeschäften von 1,3 Millionen Euro begleichen wollen.

Mit Beginn der Finanzkrise traten jedoch die ersten Verluste ein, wie es weiter hieß. Im Januar 2009 stellte JP Morgan der BVG 112 Millionen Dollar in Rechnung. Schon im Oktober 2008 hatten sie in London Klage eingereicht.

DIE BVG WEHRT SICH

Die BVG hatte im März 2009 ihrerseits das Landgericht Berlin angerufen. Die Verkehrsmanager machen dem Bericht zufolge unter anderem geltend, JP Morgan habe sie über die Risiken der Papiere falsch beraten. ddp/kt

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