Vermeintlicher Raub in Berlin-Wedding : Polizeieinsatz mit überraschender Wendung

Bei einem Polizeieinsatz im Ortsteil Wedding stellt sich heraus, dass das vermeintliche Opfer große Mengen Drogen hortet - und womöglich gar kein Opfer ist.

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SymbolbildFoto: dpa/Patrick Pleul

Selbst die Polizei nennt ihren Einsatz gestern Abend in Wedding „kurios“. Alarmiert wurde sie gegen 21 Uhr von einem 23-jährigen Mann, der angab, soeben überfallen worden zu sein. Vor seinem Haus in der Luxemburger Straße hätten sie von ihm Geld gefordert und dieser Forderung mit der Androhung von Gewalt Nachdruck verliehen. Gemeinsam seien sie in die Wohnung der Mannes gegangen, wo diesem 300 Euro und sein Handy geraubt worden seien. Er habe aber aus der Wohnung fliehen und die Beamten rufen können.

Eine überraschende Wendung

Als die Polizisten die Wohnung des vermeintlichen Opfers nach den Tätern durchsuchten, stießen sie auf eine beachtliche Menge Drogen. 415 Pillen Ecstasy, 103 Gramm kristallisiertes Ecstasy und 330 Gramm Amphetamin.

Außerdem seien den Beamten bei der Anzeigenaufnahme Zweifel an der Glaubwürdigkeit des Mannes gekommen. Deswegen wird nun „abgesehen von der Raubanzeige ebenfalls ein Ermittlungsverfahren wegen des unerlaubten Handels mit Rauschgift und des Vortäuschens eines Raubes eingeleitet“, wie es bei der Polizei heißt. Der Mann wurde einem Rauschgiftkommissariat des LKAs überstellt. Dieses führt die Ermittlungen. (Tsp)

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