Berlin : Verspätung beim Pharao

Premiere eines ewigen Themas: „Aida“ startet im Theater des Westens

Matthias Oloew

Promis nehmen lieber den Ku’damm. Wenn der allerdings gesperrt ist, stehen auch sie im Stau und kommen zu spät. So geschehen am gestrigen Abend bei der Premiere des Musicals „Aida“ im Theater des Westens. Weil auf dem Ku’damm Läufer und Skater ihr City–Night-Rennen bestritten, waren Sperrungen die Folge. Auf Ferfried von Hohenzollern und Tatjana Gsell wartete die Feiergemeinde deshalb zunächst vergebens. Sie trafen erst zur Premierenparty ein.

Zu den Gästen, die es pünktlich schafften, gehörten Judy Winter, Frank Zander, Thomas Hermanns und Klaus Wowereit. Sie alle klatschten am Schluss der Premiere stehend Applaus. Dabei ist der Stoff fast 140 Jahre alt, das Thema noch älter, aber irgendwie immer gültig: „Aida“, die Liebesgeschichte zwischen der nubischen Prinzessin und dem ägyptischen Heerführer Radames, hatte als Oper von Giuseppe Verdi 1871 in Kairo Premiere. Verdi war von der Idee zunächst wenig angetan, schuf aber einen der großen Opernklassiker. Von Elton John ist nicht überliefert, wie lange er sich Zeit ließ, um dem Ansinnen der Disney-Traumfabrik nachzugeben, daraus ein Musical zu machen. Aber auch seine „Aida“ wurde ein großer Erfolg.

So wie es bei Verdis Oper einige Jahre brauchte, bis „Aida“ erstmals in einem Berliner Opernhaus gespielt wurde, ist es auch bei der Fassung von Tim Rice und Elton John. 2000 war Premiere am Broadway, seither lief das Stück in London und Essen, aber auch schon in Basel, Bremen und Niedernhausen.

Seit gestern ist es nun auch in Berlin zu sehen. Die Stage Entertainment Group wollte zwar in erster Linie die „Aida“ feiern, aber auch sich selbst. Denn mit dem Stück ist erstmals seit der Uraufführung von „Der Glöckner von Notre Dame“ wieder ein Disney-Musical in Berlin zu sehen. „Aida“ ist jedoch nur eine Interimslösung für die Bühne an der Kantstraße. Schon im Dezember zieht der „Tanz der Vampire“ ein. Berlin bleibt also nur eine Stippvisite für Ana Milva Gomez, die die Titelpartie singt, Bernhard Forcher als Radames und Bettina Mönch als Königstochter Amneris.

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