Berlin : Verurteilt: Drei Jahre wegen Missbrauchs

Ein HIV-positiver Mann ist am Donnerstag vor dem Berliner Landgericht wegen sexuellen Missbrauchs seiner eigenen Tochter und deren zwei Cousinen zu drei Jahren Freiheitsstrafe verurteilt worden. Der geständige Angeklagte hatte die Mädchen im Alter von 10 bis 13 Jahren mehrfach sexuell berührt. Bei einer Nichte war es zum Schenkelverkehr gekommen. Der vierfache Vater hatte sich nach eigenen Angaben 1990 bei einem Besuch in einem Bordell infiziert. Die Krankheit ist bisher nicht ausgebrochen.

Hätte sich der geschiedene Mann nach der Verlesung der Anklageschrift nicht zu einem Geständnis entschlossen, wäre die Strafe weit höher ausgefallen, sagte die Richterin in der Urteilsbegründung. Der Schutz der Kinder, denen nach dem Geständnis eine Aussage mit erheblicher psychischer Belastung erspart blieb, habe Vorrang.

Der Angeklagte hatte seine leibliche Tochter allein erzogen, nachdem seine Frau auf Grund seiner HIV-Beichte die gemeinsame Wohnung in Wedding verlassen hatte. Ihre Schwester habe als Einzige zu ihm gestanden, sagte der damalige Hausmann. Nach der Trennung sei die Schwägerin mit ihren drei Töchtern zu ihm gezogen. Die Übergriffe in den Jahren 1998 bis 2000 könne er sich heute nicht mehr erklären. Er habe die Kinder geliebt und verabscheue solche Taten, erklärte der 41-Jährige unter Tränen.

Nach sechsmonatiger Untersuchungshaft kommt der Angeklagte nach dem bereits jetzt rechtskräftigen Urteil vor seinem Haftantritt zunächst auf freien Fuß. Er solle sich von den Kindern fern halten, gab ihm die Richterin auf den Weg. Das Gericht glaubte dem Mann aber offenbar, dass seine auf der Anklagebank gezeigte Reue ehrlich gemeint sei.

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