Berlin : Verwechslungsgefahr

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Von Holger Wild

Wenn Kylie Minogue oder ein anderer internationaler Tip-Top-Star an der Landsberger Allee im Velodrom auftritt, und Sie gehen hin – sind Sie dann enttäuscht, wenn die da singt? Wohingegen Sie doch erwartet haben, Kylie Minogue Rad fahren zu sehen!?

Nein, das ist keine blöde Frage. Das Velodrom will sich nämlich umbenennen. „Berlin Arena“ soll es ab Mitte Juni heißen. Viele Veranstalter vermuteten hinter dem n Velodrom eine reine Radsporthalle, führt die Betreibergesellschaft „Velomax“ zur Begründung an. Die, ihrem Namen zufolge, von vielen Veranstaltern für eine sehr große (lat.: maximus) Betreibergesellschaft von Radrennen gehalten werden muss. Und von Boxkämpfen natürlich, denn was sonst sollte in der Max-Schmeling-Halle, die Velomax ja auch betreibt, wohl abgehalten werden? Und die armen Veranstalter von Gesangs-Veranstaltungen wissen gar nicht, wohin mit ihren internationalen Tip-Top-Stars.

Anderseits werden sich nach der Umbenennung viele Veranstalter bei Velomax melden, die nichts Geringeres als fußballstadiengroße Großereignisse veranstalten wollen, wie sie es in Stadien wie der Leverkusener Bay- und der Hamburger AOL-Arena ja auch tun. Und noch in fünf Jahren werden sie’s nicht kapiert haben; so lange ist das Velodrom bereits auf dem Veranstaltungsmarkt.

Vor allem aber: Wie den Veranstaltern verklickern, dass es eine Halle namens „Arena“ in Berlin schon gibt? Seit 1995, in Treptow. Deren Betreiber fürchten nun Verwechslungsgefahr. Und nicht nur sie. Dass ein Anwalt eingeschaltet wurde, sei, heißt es, auch ein Wunsch gewesen der – Veranstalter.

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