• Vogelgrippe auf den Titelseiten Wie türkische Blätter über die Infektionskrankheit berichteten

Berlin : Vogelgrippe auf den Titelseiten Wie türkische Blätter über die Infektionskrankheit berichteten

Suzan Gülfirat

Die Vogelgrippe war in der vergangenen Woche eines der großen Themen in den türkischen Tageszeitungen. In mehreren bebilderten Aufmachern informierten die Blätter nicht nur über das Schicksal der türkischen Opfer und darüber, was Behörden in der Türkei gegen die Krankheit unternehmen. Sie berichteten auch darüber, wie die Vogelgrippe entsteht und wie sich das Virus ausbreitet. Die Milliyet zeigte sich dabei besonders engagiert und begann dazu am Montag eine Serie.

An diesem Tag zeigte die Hürriyet auf ihrer Titelseite ein Foto von zwei kleinen Jungen, die sich infiziert hatten und ums Überleben kämpften. Daneben platzierte die Zeitung eine Warnung des türkischen Landwirtschaftsministeriums: „Die Opfertiere können an ihren Hufen die Viren von erkrankten Hühnern tragen“, erklärte der Präsident der Behörde, Habib Can, einen Tag vor Beginn des dreitägigen islamischen Festes. Im Innenteil widmete die Zeitung dem Experten fast eine ganze Seite. Im vergangenen Jahr seien in der Türkei zwei Millionen kleinere und 600 000 größere Tiere geschlachtet worden, erklärte dieser. 44 Prozent dieser Tiere seien in privaten Gärten und auf dem Gehweg geopfert worden. „Von diesen Tieren geht eine große Gefahr aus“, warnte Can. Er riet daher, die Tiere zu den offiziellen Schlachtstellen der Stadtverwaltungen zu bringen, weil dort Veterinäre und professionelle Schächter auf sie warteten. Allerdings sagte Can auch, dass die Kapazität auf diesen Plätzen landesweit nur bei 130 000 Tieren pro Tag liege. „Sie können ihre Tiere auch am zweiten Tag opfern“, beruhigte er. Denn es gibt Muslime, die glauben, dass der erste Tag des Festes genau der Tag ist, an dem Abraham einen Widder zum Zeichen seines Glaubens geopfert habe.

Die Tageszeitung Türkiye klärte ihre Leser ebenfalls über die Vogelgrippe auf. Dazu zeigte die Zeitung eine Aufnahme aus Brüssel. Dort dürfen Muslime – wie in der Türkei – auf einem speziellen Platz legal und unter Kontrolle Schafe schlachten. Die Nahaufnahme von Europas „größtem Opferfest-Schlachthof“ zeigte, wie drei Männer zwei Schafe festhalten: „Festtagsfreuden.“

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