Volksbegehren : Fluglärmgegner rechnen mit Punktlandung

01.10.2012 00:00 Uhrvon
Die Fluglärmgegner kämpfen für ein striktes Flugverbot zwischen 22 und 6 Uhr. Foto: dapd
Die Fluglärmgegner kämpfen für ein striktes Flugverbot zwischen 22 und 6 Uhr. - Foto: dapd

Es schien aussichtslos, doch plötzlich können die Initiatoren des Berliner Volksbegehrens gegen Nachtflüge wieder hoffen. Schon heute könnte sich entscheiden, ob sich die mühevolle Arbeit der Lärmgegner gelohnt hat.

Hat es am Ende doch noch geklappt? Hat es sich gelohnt, dass sie bis zur letzten Minute an der Gedächtniskirche und an der Weltzeituhr standen? Dass sie noch kurz vor 24 Uhr Listen mit Unterschriften in die Briefkästen der Bürgerämter warfen? Dass sie nicht aufgegeben haben?

Wahrscheinlich werden die Organisatoren und Unterstützer des Berliner Volksbegehrens für ein striktes Nachtflugverbot zwischen 22 und 6 Uhr am Flughafen BER die Antwort auf diese Fragen schon am heutigen Montag erfahren. Die Landeswahlleiterin hat für den 1.Oktober eine Pressemitteilung über die Anzahl der Unterschriften, die bis Ende der Eintragungsfrist am vergangenen Freitag eingereicht wurden, angekündigt.

Rund 173 000 müssen es sein und eigentlich hatte noch vor vier Wochen keiner mehr an den Erfolg des Volksbegehrens geglaubt. Denn bis zum 28. August 2012, also nach drei von vier Monaten, waren erst rund 58 300 Unterschriften bei der Landeswahlleiterin eingegangen.

Bildergalerie: Proteste gegen Fluglärm

„Das lag wohl vor allem daran, dass der neue Airport ja nicht wie geplant eröffnet wurde“, sagt Sebastian Fasbender: „Die Organisatoren des Volksbegehrens hatten fest damit gerechnet, dass im Sommer schon hunderttausende Berliner vom Fluglärm betroffen sein würden – besonders in den Nachtstunden, denn bislang gilt ja ein Nachtflugverbot nur von 23.30 Uhr bis 5.30 Uhr.“

Sebastian Fasbender wohnt mit Frau und Kind seit 2002 in Friedrichshagen. Als bekannt gegeben wurde, dass die Flugrouten vom neuen Airport auch über den Müggelsee führen sollen, engagierte er sich in der Bürgerinitiative seiner Gemeinde und war – wie viele andere – enttäuscht, als so wenige Unterschriften für das Nachtflugverbot zusammenkamen. Da Fasbender gerade ein wenig Zeit hatte – der 44-Jährige war zuvor Pressesprecher für First Solar, das sich im April aus Deutschland zurückzog – gründete er mit Gleichgesinnten die Kampagne „Aufwachen Berlin“ zur Unterstützung des Volksbegehrens. „Wir haben die Bürgerinitiativen aus Berlin und Brandenburg zusammengeführt und koordiniert, wir haben Geld für Plakate und Flyer gesammelt und immer wieder zu Aktionswochenenden für Unterschriftensammlungen aufgerufen“, sagt Fasbender.

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