Volksentscheid : Mediaspree-Versenker feiern ihren Erfolg

Nach dem gelungenen Volksentscheid vom Wochenende sieht sich die Initiative "Mediaspree versenken" im Aufwind. Bei der Weiterarbeit an dem Projekt will sie im Bezirksausschuss mitreden. Weitere Aktionen sind geplant.

Ric Graf
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Alles im Fluss. Das planen die Investoren:Hochhaus an der Elsenbrücke (1), MTV und Neubau (2), Universal (3), O2-Areal (4),...Foto: Mediaspree

BerlinDie Sektkorken knallten, es regnete Konfetti, Feuerwerk wurde abgebrannt: So feierte am Montagabend die Initiative „Mediaspree versenken“ am Osthafen – auf der Baustelle eines geplanten Hotels. Auf der anderen Seite des Flusses hielt zur selben Zeit Wirtschaftssenator Harald Wolf (Linke) in den Allianz-Hochhäusern einen Vortrag zur Umstrukturierung an der Spree. „Harald Wolf hat sich sehr moderat geäußert“, sagt Initiativen-Sprecher Carsten Joost, „deshalb haben wir nicht gegen ihn protestiert, aber bewusst Anwesenheit gezeigt.“

Die etwa 50 Aktivisten schütteten anschließend an der Hotelbaustelle im Osthafen ein paar Schaufeln Sand zurück in die Baugrube. „Das war rein symbolisch: Wir haben den Bürgerwillen schon mal in die Tat umgesetzt.“, sagte Joost. Heute wird das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg über den Sonderausschuss beraten, an der die Mediaspree-Gegner teilnehmen sollen. Auch in Zukunft will die Initiative um Joost die Bevölkerung beteiligen: So soll zu jeder Grundstückssitzung des Ausschusses schon einmal mit Interessierten ein Gegenkonzept gemacht werden. „Aber enteignet soll niemand werden, wir wollen nur die Veränderungsspanne der Bauverträge nutzen.“

Joost kritisierte die Mediaspree-Entwickler: „Sie verhalten sich nicht gerade nach demokratischen Gepflogenheiten, wenn sie nicht einmal einer Diskussion zustimmen.“ Für Joost und seine Mitstreiter ist die heiße Phase beendet, die zweite kommt bald: Ideenwerkstätten, Aktionen und die Arbeit im Ausschuss folgen im Sommer.

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